Bielefeld - Wissenschaftler aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Kanada und den USA haben das Genom des Stickstoff-Bakteriums Sinorhizobium Meliloti entschlüsselt. Durch die Entschlüsselung könnte eine Verbesserung des Stickstoffgehalts von Böden ohne künstliche Düngung erreicht werden, heißt es im amerikanischen Wissenschaftsmagazin "Science". Wie Alfred Pühler von der Universität Bielefeld gegenüber pressetext.deutschland sagte, habe die Sequenzierungsarbeit zwei Jahre gedauert. Das Genom des Stickstoffbakteriums bestehe aus drei Bestandteilen, so Pühler: einem Chromosom, dessen Entschlüsselung von der EU gefördert wurde, und zwei Plasmiden, deren Sequenzierung zum einen an der Stanford University, zum zweiten in einer Kooperation deutscher und kanadischer Forscher gelang. Insgesamt setzt sich Genom des Bakteriums aus rund 6,7 Mio. Säurepaaren zusammen. Das Bakterium wandelt das in der Atmosphäre vorkommende Gas Stickstoff in Ammonium-Ionen um. Diese Form des Stickstoffs wird in die Proteine der Pflanzen eingebaut und gelangt so in den Stoffkreislauf von Tieren und Menschen. Eiweiße und DNA bestehen zum Teil aus Stickstoff. Das Bakterium lebt in Symbiose mit Pflanzen, in deren Wurzeln es eindringt. Die Bakterien versorgen die Pflanze mit Stickstoff. Dafür empfängt es von der Pflanze Kohlenhydrate. Die Forscher wollen nun anhand des Genoms untersuchen, wie besonders stickstoffhaltige Pflanzen wie Hülsenfrüchte mit dem Bakterium zusammenleben. Da diese Pflanzen deshalb auch auf stickstoffarmen Böden gedeihen, hoffen die Forscher jene genetischen Abschnitte an Hülsenfrüchten ausfindig zu machen, die zu der Symbiose führen. Diese Abschnitte könnten dann gentechnologisch in andere Pflanzen eingebracht werden, die dann ebenfalls in der Lage wären, auf stickstoffarmen Böden zu wachsen.(pte)