Graz - Ein als psychisch abnorm verurteilter Gewalttäter ist am Samstag in Frohnleiten (Bezirk Graz-Umgebung) ausgerastet: Der 32-Jährige warf in einem Wutanfall die drei Jahre alte Tochter einer Bekannten aus dem zweiten Stock in den Hof eines Wohnhauses. Das Kind wurde schwerst verletzt, war aber am Sonntag außer Lebensgefahr. Danach unternahm der Mann einen Selbstmordversuch. Motiv war nach Angaben der Kriminalisten vermutlich Eifersucht. Schauplatz des Dramas war Samstagabend gegen 19.30 Uhr ein Wohnhaus in Frohnleiten. Der 32 Jahre alte Ferdinand L., ein gebürtiger Weststeirer, der in der Grazer Sigmund-Freund-Klinik für geistig abnorme Rechtsbrecher eine Strafe absitzt, hatte bis Ende Juli Ausgang. Den nützte er, um zum Wohnhaus der 24 Jahre alten Barbara S., einer zweifachen Mutter, zu fahren. Die beiden hatten einander erst vor zwei Monaten kennen gelernt, "es gab eine kurze Beziehung, die aber schon wieder vorbei war", schilderte der ermittelnde Kriminalbeamte am Sonntag. "Die Frau hat gemerkt, dass da allerhand nicht stimmt", außerdem hatte sie bereits einen neuen Freund. Die beiden dürften in Streit geraten sein, weil Ferdinand L. die Tatsache nicht akzeptieren wollte, dass die Beziehung vorbei sein sollte. Bereits vorher, so die Gendarmerie, hatte der Mann seine Ex-Freundin mit Anrufen "terrorisiert". Die Aussprache mündete schließlich in eine unfassbare Gewalttat: Der 32-Jährige packte die drei Jahre alte Tochter Jeannine und schleuderte das Kind über den Balkon drei Meter in die Tiefe. Das Mädchen erlitt bei dem Aufprall einen Schädelbruch. Mit dem Hubschrauber wurde das Kind in die Kinderchirurgie nach Graz eingeliefert. Dann wandte sich der rasende Mann noch der Mutter zu, es gab ein Handgemenge, die Frau blieb aber nach Behörden-Angaben unverletzt. Schließlich fügte sich der 32-Jährige selbst - offenbar in selbstmörderischer Absicht - noch einige Schnittwunden zu, die allerdings nicht lebensbedrohlich waren. Die Einvernahmen waren am Sonntag noch im Gange. (APA)