Kritik Wien - Eine "kundenfreundlichere Bahn" erwartet sich der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) vom neuen ÖBB-Vorstand, der am Mittwoch unter dem Vorsitz von Rüdiger vorm Walde sein Amt antritt. Derzeit sei die Unzufriedenheit der ÖBB-Stammkunden "besonders groß". "Der scheidende Generaldirektor Helmut Draxler habe den Güterverkehr der Bahn zwar entscheidend verbessert, dabei aber den Personenverkehr "sträflich vernachlässigt", kritisiert VCÖ-Sprecher Christian Gratzer in einer Pressemitteilung vom Dienstag. "Viele Änderungen in den vergangenen Monaten haben die Fahrgäste vor den Kopf gestoßen: weniger Rabatt bei der VorteilsCard, Rückzug bei den Regionalbahnen und Verschlechterungen beim Gepäckstransport", sagte der VCÖ-Sprecher weiter. Die Politik sei nun gefordert, die Rahmenbedingungen für die Bahn zu verbessern. Für "absurd" hält es der VCÖ, dass die umweltfreundlichere Bahn jährlich etwa eine halbe Milliarde Schilling an Energiesteuer abliefern müsse, während Benzin, Diesel und Kerosin von der Energiesteuer befreit seien. Widerstandsaktion Eisenbahner, Postler und Gemeindebedienstete haben für Mittwoch ab 8 Uhr eine gewerkschaftliche "Widerstandsaktion gegen jede Form von Zerschlagung und Privatisierung" vor der ÖBB-Zentrale in der Wiener Elisabethstraße angekündigt. "Wir erhoffen uns dabei eine Stellungnahme des neuen ÖBB-Generaldirektors vorm Walde, der auf unsere Forderungen bisher nicht reagiert hat", sagte der Vorsitzende des Gewerkschaftlichen Linksblocks der Eisenbahner, Hans Slamanig. Die Ausgliederung aus dem Bundeshaushalt und die Verselbstständigung der ÖBB hätten den Eisenbahnern bisher genug Belastungen abverlangt. Die Aktion stehe daher für Privatisierungsstopp sowie eine einheitliche und öffentliche Bahn, so Slamanig weiter. (APA)