Wien - Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) machte auf die Gefahren von unkorrekt gesichertem Ladegut aufmerksam. Jeder vierte Lkw-Unfall wird durch unsachgemäße Sicherung verursacht, erklärte das KfV in einer Aussendung. Anlass war das schwere Unglück in Wien-Alsergrund, bei dem ein von einem Lkw stürzender Kran eine Frau tötete und eine andere schwer verletzte. Dieses Unglück habe gezeigt, dass die Folgen eines tonnenschweren Unfalls verheerend seien: "Die nachfolgenden Lenker und Beifahrer können von Glück reden, wenn sie mit dem Leben davonkommen, ihre Autos sind danach nicht mehr wieder zu erkennen", so das KfV. Lkw-Fahrer riskieren, mit ihrem Gefährt umzukippen oder vom Ladegut erdrückt zu werden. Die Fahrbahn sei wegen Räumungsarbeiten für Stunden gesperrt. "An dem Unfall in Alsergrund sieht man wieder, wie lebenswichtig richtig gesicherte Ladung ist", sagte Kurt Vavryn, KfV-Experte für Fahrausbildung und Fahrzeugtechnik. "Deswegen muss man die entsprechenden Ausbildungen ernst nehmen und sowohl die Führerscheinausbildung als auch die Berufskraftfahrerausbildung hinsichtlich dieses Themas Ladungssicherung reformieren." Das Problem sei, so der KfV, dass im derzeitigen Ausbildungssystem für Lkw-Lenker das Thema "Ladungssicherung" stiefmütterlich behandelt werde. "Das ist ein unsäglicher Missstand, denn der Fahrer ist letztlich dafür verantwortlich, dass die Ladung ordnungsgemäß verwahrt ist", heißt es. Sowohl der Fahrer als auch der Unternehmer werden letztendlich mit zivil- und strafrechtlichen Sanktionen bedroht. Unter Umständen könne auch derjenige belangt werden, der die Ladung verlädt. Für die Einhaltung der Geschwindigkeit, die an die Beschaffenheit und das Gewicht angepasst werden müsse, hafte der Lenker. Das KfV fordert deshalb eine für den EU-Raum einheitliche Regelung. Die Organisation entwickelte ein Konzept, das die Fahrerlaubnis an die Kenntnis der Ladungssicherung bindet. D.h. dass jeder nur mit der Fracht fahren sollte, die er nachweislich sachgemäß verladen und sichern kann. Dafür wird die Erlaubnis für bestimmte Gruppen von Ladungstypen gestaffelt. Damit wird gemeint, dass die Lenkberechtigung der Klasse C auf leere Fahrzeuge und auf die "Standardladungstypen" - wie Stückgut auf Paletten, Sand, Schotter oder Bauschutt - eingeschränkt wird. Um "anderes" Ladegut zu transportieren, muss der Lenker eine Zusatzausbildung in Form eines theoretischen und praktischen Seminars absolvieren. (APA)