Jerusalem - Israel hat arabischen und islamischen Staaten vorgeworfen, auf einer bevorstehenden UNO-Konferenz Israel wegen des Palästinenserkonflikts mit dem Nationalsozialismus gleichsetzen zu wollen. Der stellvertretende israelische Außenminister Michael Melchior warf den Staaten am Donnerstag in Jerusalem eine Verspottung des Holocausts vor. Anti-Rassismus-Konferenz der UNO Er bezog sich auf den Entwurf einer Resolution, der möglicherweise auf einer Anti-Rassismus-Konferenz der UNO Ende des Monats in Südafrika vorgelegt werden soll. Bis Freitag wird in Genf über den Text einer Resolution beraten. Ein Entwurf setzt das Elend von Palästinensern in den von Israel besetzten Westjordanland und dem Gaza-Streifen gleich mit der Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis während des Zweiten Weltkriegs. Israel und USA haben mit Boykott der Konferenz gedroht Melchior sagte, der Entwurf behaupte, dass der wahre Holocaust an den Palästinenser verübt werde, was indirekt heißen solle, dass die Juden den Holocaust verdient hätten. Dem Staat Israel werde damit jegliche Rechtmäßigkeit abgesprochen. Israel und die USA haben mit einem Boykott der Konferenz gedroht, sollten arabische und islamische Staaten darauf beharren, Israel eine rassistische Politik vorzuwerfen. Bei den Gesprächen in Genf wurden am Donnerstag keine Fortschritte erzielt. Melchior sagte, ein Kompromiss zeichne sich nicht ab. Die Konferenz findet vom 31. August bis 7. September in Durban statt. Jüdische Siedlungen als "neue Art der Apartheid" bezeichnet In dem Resolutions-Entwurf werden die jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland und im Gaza-Streifen als "neue Art der Apartheid, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit" bezeichnet. Die jüdischen Siedlungen verstoßen nach Auffassung der internationalen Gemeinschaft gegen das Völkerrecht, was Israel jedoch verneint. Die Siedlungen gelten als ein Hauptstreitpunkt zwischen Israel und den Palästinensern. Der von den Palästinensern im September begonnene Aufstand richtet sich auch gegen die israelische Siedlungspolitik. In dem Konflikt sind mehr als 650 Menschen getötet worden, die meisten Opfer sind Palästinenser.(APA/Reuters)