We don't have the LP with us. This is the maxi, it only contains four remixes - but two of them are really good! - Wenn einem einmal Sängerin Frédérique nach absolviertem Ming-Konzert mit diesen Worten ihr neustes Werk in die Hände gedrückt hat ... na, kann man sie da etwa noch irgendwie nicht gern haben? E-L-E-K-T-R-O In Belgien gehen die Uhren anders, nämlich vollelektronisch. Eigentlich immer schon. Ende der 80er Jahre wurde das Land zur Hochburg der "Electronic Body Music", gerne auch "New Beat" oder gar "Nieuw Beat" genannt - und damit auch zum Zielobjekt resteuropäischer Belgien-Witze. Über dieses Kapitel breiten wir schnell wieder den Mantel des Schweigens ... Eine Generation zuvor liefen die Synthesizer ebenfalls schon auf Hochtouren - und im Zuge von New Wave und NDW sogar grenzüberschreitend. Wir erinnern uns vielleicht an das Duo Pas de Deux, das mit seinem sperrigen Zwei-Textzeilen-Hammerl "Rendezvous" der SongContest-Geschichte ein ausnehmend skurriles Kapitel hinzufügte. Oder an das vokale Kindchen-Schema Lio ("Amicalement votre", "Amoureux solitaires"), Frolleinwunder und Superstar. Die Zwei Lang, lang ist's her - aber hier haben letzlich auch (die sehr kleine) Frédérique und (der sehr große) Nicolas vom durch und durch bezaubernden Duo Ming ihre Wurzeln. Alle Vergleiche mit geographisch näherliegenden Elektronikpop-Poeten wie den Quarks oder Contriva hinken daher erheblich - denn Ming klingen vermittels der bevorzugt verwendeten Analog-Synthesizer allerheftigst nach New Wave-Disco. Poetisch sind sie trotzdem, mit Biss noch dazu - aber ach, auf Französisch halt. Neun Zehntel des Publikums werden davon also sowieso nix mitkriegen. Macht auch nichts, die Musik trägt allein. Ming haben nach wie vor Geheimtipp-Status, werden derzeit vor allem von ihren Landsleuten "Vive la fete!" überschattet. - Aber Leute, lasst euch sagen: auch wenn Scharen ziellos umherirrender Stereo Total-Fans derzeit "Vive la fete!" in die Arme sinken ... Ming haben viiiiel mehr Charme. (Josefson)