Der Verband deutscher Schriftsteller hat die Einstellung der Büchersendung "Das Literarische Quartett" im Dezember bedauert. "Wir nehmen mit Befremden zur Kenntnis, dass die Sendung ersatzlos aus der deutschen Fernsehlandschaft gestrichen werden soll, die ohnehin an guten Literatursendungen arm ist", teilte der Verband am Dienstag in Stuttgart mit. Marcel Reich-Ranicki wird am 14. Dezember nach 13 Jahren zum letzten Mal die Sendung moderieren. Der 81-Jährige begründete das damit, dass er in seinem "wahrlich schon vorgerückten Alter" noch etwas Neues versuchen wolle. "Das Literarische Quartett hat neben vielen oft und zu Recht kritisierten Mängeln den unbestreitbaren Vorzug gehabt, dass es Literaturkritik fernsehtauglich machte und das Interesse an Büchern und ihren Autoren auf geradezu ungeahnte Weise förderte", heißt es in der Erklärung weiter. Die neue Sendung Reich-Ranickis, die im Jänner 2002 starten und ein neues Forum für den Literaturkritiker bieten soll, sei daher kein Ersatz. "Wir als Autoren müssen jedoch darauf insistieren, dass der Tod des Literarischen Quartetts nicht den Tod der Literatur im Fernsehen nach sich ziehen darf", fordert der Verband. Er rief dazu auf, weiter über Nachfolgesendungen zu diskutieren, die auch "ohne Autoritäten wie Reich-Ranicki auskommen". (APA)