Regensburg/Traunstein - Im jüngsten Schweinemast- Skandal hat die Staatsanwaltschaft erstmals Tierärzte angeklagt. Zwei Veterinäre aus dem Münchner Raum sollen sich vor dem Landgericht im oberbayerischen Traunstein verantworten. Ein weiterer sei beim Amtsgericht im niederbayerischen Eggenfelden angeklagt worden, sagte der Leiter der Regensburger Staatsanwaltschaft, Peter Schuchardt. In Traunstein muss sich ein Tierarzt vor Gericht verantworten, der laut Schuchardt seit 1992 ohne Zulassung gearbeitet hat. Bereits damals sei ihm die Approbation entzogen worden. Ein älterer Kollege habe formal als Strohmann fungiert und sei deshalb mitangeklagt. Die Ermittler wurden bei Durchsuchungen von Bauernhöfen im oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth auf die Praxis aufmerksam. Drei Hauptangeklagte in Untersuchungshaft Der Hauptangeklagte sitzt bereits seit Februar wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Er soll seine Kunden auch per Auto besucht haben, ohne einen Führerschein zu haben. Der Mann habe so 250.000 Kilometer ohne Fahrerlaubnis zurückgelegt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt. Die Anklageschrift umfasse 73 Seiten. Ein Veterinär aus Bayerbach (Landkreis Rottal-Inn) ist ebenfalls wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz angeklagt worden. Er soll landwirtschaftliche Betriebe mit Medikamenten beliefert haben und dabei nicht korrekt gearbeitet haben. In beiden Fällen stehen nach Angaben Schuchardts noch keine Prozesstermine fest. (APA/dpa)