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APA/Christoph Ruckstuhl
Venedig - Als Balthus am 18. Februar im Alter von 92 Jahren in seinem Chalet in der Schweiz starb, verlor die Kunstwelt einen der rätselhaftesten Maler des 20. Jahrhunderts. Jetzt widmet der Palazzo Grassi in Venedig dem französischen Künstler polnischer Abstammung eine reichhaltige Ausstellung, die an diesem Sonntag ihre Pforten öffnet. Mit mehr als 250 Werken, die auf alle 36 Säle des spätbarocken Palazzo verteilt sind, ist die Schau die umfassendste Retrospektive, die Balthus je gewidmet wurde, größer sogar als die imposanten Ausstellungen im Pariser Centre Pompidou und im New Yorker Metropolitan Museum (1983/84). Die Präsentation ist bis zum 6. Jänner zu sehen. Der Maler galt zeitlebens als Einzelgänger und präsentierte sich als eine Art altmeisterlicher Handwerker, der seine Technik den Fresken des italienischen Quattrocento entlehnte. Seine Bilder, die sich zumeist mit dem Schwebezustand scheinbar unschuldiger Kindheit befassen, passten zu keiner Zeit in die gängigen Kunstkategorien. Seine erotischen Darstellungen halb entblößter Kindfrauen lösten immer wieder Skandale und Diskussionen, aber auch Bewunderung aus. Kurator der Ausstellung am Canale Grande ist der französische Kunstschriftsteller und Leiter des Picasso-Museums in Paris, Jean Clair. Die gezeigten Werke stammen aus über 90 Museen und Privatsammlungen in zehn Ländern. (APA)