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Hamburg - Die Computermarke Compaq, die zu den bekanntesten der Branche gehört, wird im Zuge der Übernahme durch Hewlett-Packard (HP) weitgehend verschwinden. "HP hat sich gegen eine kombinierte Namensgebung wie bei DaimlerChrysler entschieden. Damit wird Compaq höchstens noch als kleinere Untermarke von HP überleben", sagte Thomas Reuner, Analyst des Marktforschungsunternehmens Gartner. Eventuell könnten die Server und Notebooks von Compaq weiter unter dem bisherigen Namen vermarktet werden. Die Marke Compaq hatte nach Berechnungen des Bewertungsunternehmen für Markennamen, Interbrand, einen Wert von etwa zwölf Mrd. Dollar (13,4 Mrd. Euro/184 Mrd. S). Damit rangierte das texanische Computerhersteller weltweit auf Platz 24 der wertvollsten Markennamen. Hewlett-Packard steht auf der Interbrand-Liste auf Platz 15, der Wert der Marke HP wird mit 18 Mrd. Dollar angesetzt. "Es ist falsch, einen derart teuer aufgebauten Namen sterben zu lassen", sagte der Professor für Marketing, Neil A. Morgan, von der Universität North Carolina, dem "Wall Street Journal". Rätseln über Motive Die Marktbeobachter rätselten auch einen Tag nach der Ankündigung der Übernahme durch HP über die wahren Motive von HP-Chefin Carly Fiorina. In einer E-Mail an die Beschäftigten hatte die Powerfrau etliche Gründe für die Fusion aufgelistet: Das neue Unternehmen habe die Chance, seine führende Position als Anbieter für Konsumenten sowie im Bereich Drucker und Bildverarbeitung auszubauen. Außerdem werde HP an die Spitze bei den IT-Lösungen für kleinere und mittlere Business-Kunden katapultiert. Und zum ersten Mal seit langer Zeit werde es IBM mit einen Konkurrenten zu tun bekommen, der stark, entschieden und talentiert genug ist, um es mit ihnen im Unternehmensbereich aufzunehmen. Ob es HP aber tatsächlich gelingen wird, IBM im dem lukrativen Geschäft mit Großunternehmen herauszufordern, steht jedoch in den Sternen. "HP und Compaq sind vor allem mit der Beratung rund um die eigenen Produkte beschäftigt und sind in das obere Marktsegment nicht vorgedrungen", sagte Reuner. Und in den kommenden Monaten habe HP mit dem Vollzug der Fusion alle Hände voll zu tun und werde den Bereich des Beratungsgeschäfts kaum ausbauen können. Eine Seite muss bluten! Verlierer der Fusion werde wohl Compaq sein. "Eins und eins ergibt hier nicht zwei. Und da muss eine Seite bluten." In Europa seien Produktionsstandorte von HP gegen Umwälzungen besser geschützt als die von Compaq, da das Arbeitsrecht in HP-Ländern wie Deutschland oder Frankreich strikter sei als in Compaq-Bastionen wie Großbritannien oder Tschechien. (APA/dpa)