Skopje/Frankfurt - Nach dem Ende der auf dreißig Tage befristeten NATO-Operation "Essential Harvest" (Wesentliche Ernte) werde in Mazedonien eine "Art Vakuum" entstehen, "das es zu füllen gilt, soll die ganze Sache nicht wieder in die Luft fliegen", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) den NATO-Sprecher Yves Brodeur. Die derzeitige Anwesenheit der Truppen erzeuge "ein falsches Sicherheitsbewußtsein, während hernach das Sicherheitsvakuum um so größer" sein werde, warne auch das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR). "Inzwischen ist klar, dass die NATO nach dem Einbringen der albanischen Ernte nicht Knall auf Fall mit Sack und Pack Mazedonien verlassen wird. Klar ist auch, dass eine Beobachtermission einer internationalen Organisation die Verwirklichung der Vereinbarungen des 'Ohrider Friedensvertrages' überwachen muss. Unklar aber ist, welche Organisation die Wächterrolle übernehmen und wer die zivilen Beobachter gegen mögliche Übergriffe albanischer oder slawisch-mazedonischer Extremisten schützen soll." "Russland ist bisher gegen jede Ausweitung der OSZE-Mission in Mazedonien. Erstens würde man in Moskau die NATO gerne ein wenig bei dem Versuch 'zappeln' oder gar scheitern sehen, die schwierige und gegen den Willen Moskaus unternommene Mission zu einem Ende zu bringen. Diese Obstruktionshaltung ist die logische Fortsetzung der russischen Balkanpolitik der vergangenen Jahre, mangels eigener Visionen reflexartig zunächst gegen alles zu sein, was der seinerseits zögerliche und um eine konsistente Balkanpolitik ringende Westen unter Führung Washingtons gerade unternimmt." (APA)