Wien - Der Trend zu den katholischen Privatschulen hält weiter an. Österreichweit werden heuer rund 70.000 Kinder und Jugendliche - das sind sechs Prozent aller Schüler - eine katholische Privatschule besuchen. Allein 15 Prozent aller Wiener Pflichtschulkinder werden laut Kathpress an einer katholischen Privatschule unterrichtet. 1984/85 besuchten noch rund 57.000 Schüler katholische Privatschulen, die 60.000-er Marke wurde Anfang der 90er-Jahre durchbrochen. Seit 1995 gibt es einen leichten Anstieg der Schülerzahlen, 1996/97 wurden erstmals 65.000 Kinder und Jugendliche an katholischen Privatschulen unterrichtet. "Wir sind stolz darauf und stehen dazu, dass wir nicht unreflektiert auf jeden neuen pädagogischen Zug aufspringen", betonte die Leiterin des Wiener Erzbischöflichen Schulamtes, Christine Mann. Sinnvolle Entwicklungen würden aber selbstverständlich aufgegriffen werden. Aktuelles Beispiel dafür sei das Richtung weisende Projekt der Kooperativen Mittelschule, das an etlichen Wiener Hauptschulstandorten des katholischen Schulwesens sehr erfolgreich und mit großer Akzeptanz seitens der Eltern durchgeführt werde. An katholischen Schulen gibt es keine Möglichkeit der Abmeldung vom Religionsunterricht. Jedes Kind ist verpflichtet, den Religionsunterricht seines Bekenntnisses zu besuchen, die Schüler ohne religiöses Bekenntnis besuchen einen christlichen Religionsunterricht. Dadurch entstehe eine Kultur, in der die grundlegende Wertschätzung für gelebte religiöse Überzeugung greifbar werde, betonte Mann. Beschäftigung mit Religion und religiöse Praxis würden keine "Randplätze" einnehmen, sondern das Miteinander des Schulalltags wie ein roter Faden durchziehen. Diese Grundhaltung motiviere auch anderskonfessionelle Eltern, ihre Kinder einer katholischen Schule anzuvertrauen. (APA)