Belgrad – Der Oberste Gerichtshof des Kosovo, das unter der UNO-Verwaltung (UNMIK) stehende höchste juristische Organ der Provinz, hat am Donnerstag erklärt, dass es im Kosovo während der Jahre 1998-1999 keinen Genozid gegeben habe. Die vom Regime des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic begangenen Verbrechen "können nicht als Genozid qualifiziert werden, weil das Ziel nicht die Vernichtung der albanischen ethnischen Gruppen war", berichtete die jugoslawische Nachrichtenagentur Tanjug.

Es handle sich vielmehr um eine "Kampagne des systematischen Terrors um sie (Kosovo-Albaner) zu zwingen, das Kosovo zu verlassen", hieß es in einer Stellungnahme des Obersten Gerichtshofs des Kosovo. Die von serbischen Einheiten begangenen Untaten können als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" oder "Kriegsverbrechen" qualifiziert werden.

Der Oberste Gerichtshof erklärte damit ein Urteil gegen den Kosovo-Serben Miroslav Vuckovic für ungültig, der vom Bezirksgericht in Mitrovica wegen "Genozids" zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war. Vuckovic, der während des Kosovo-Krieges serbischen paramilitärischen Einheiten angehörte, befindet sich seit 23. August im Gefängnis von Mitrovica und wartet nun auf ein neues Gerichtsverfahren. (APA)