Sydney - Australien will gegen illegale Einwanderer nun noch härter vorgehen, nachdem die Marine in internationalen Gewässern ein Flüchtlingsschiff aufgebracht hat. Die 237 Asylsuchenden auf einem indonesischen Fischerboot wurden in der Nacht zum Samstag von der Besatzung des australischen Marinetransportschiffes "HMAS Manoora" aufgenommen. Dieses Kriegsschiff hat bereits 438 Flüchtlinge an Bord, die der Kapitän des norwegischen Containerfrachters "Tampa" am 26. August von einem sinkenden Fischerboot gerettet hatte. Der australische Ministerpräsident John Howard kündigte eine Gesetzesverschärfung an, um Flüchtlingen die illegale Einwanderung nach Australien zu erschweren. Bei Betreten der abgelegenen Weihnachtsinsel oder des ebenfalls zu Australien gehörenden Ashmore-Riffs sollen sie nicht mehr automatisch die Möglichkeit haben, einen Asylantrag zu stellen, sagte er. Zudem wurden Boots- und Flugpatrouillen entlang der australischen Nordküste verstärkt. Howards Angaben zufolge hatten sich die neuen Flüchtlinge zunächst geweigert, in indonesische Gewässer zurückzukehren. Als die "Manoora" und ein weiteres Kriegsschiff ihr Boot in internationalen Gewässern abfingen, seien die Flüchtlinge "aggressiv" geworden. Schicksal der neuen, Flüchtlinge ist noch unklar Die "Manoora" setzte mit nun mehr als 670 Flüchtlingen an Bord ihre Fahrt nach Papua-Neuguinea fort. Von dort sollen die von der "Tampa" geretteten Menschen in die südpazifische Insel-Republik Nauru und nach Neuseeland ausgeflogen werden. Das Schicksal der neuen, zumeist aus dem Irak stammenden Flüchtlinge ist noch unklar. Der australische Außenminister Alexander Downer bezeichnete eine harte Haltung gegen illegale Einwander am Sonntag als notwendig, um Australien nicht als leichtes Fluchtziel erscheinen zu lassen. "Wenn wir uns entschlossen zeigen und sie nicht einfach hereinlassen, werden wir den Menschenschmuggel nach Australien unterbinden." Die Bootsflüchtlinge auf der norwegischen "Tampa" hatten mehr als eine Woche lang vor der Weihnachtsinsel festgesessen, weil sie die Regierung in Canberra nicht an Land lassen wollte. Am Montag waren sie schließlich an Bord der "Manoora" gebracht worden. Eine Gerichtsentscheidung über eine Einreise nach Australien steht noch aus. Bei einem positivem Votum würde die "Manoora" Kurs auf Australien nehmen. Canberra will eine solche Entscheidung anfechten. (APA/dpa)