Suzhou - Zur Vorbereitung der am Wochenende im chinesischen Suzhou beginnenden Konferenz der Asien-Pazifik Wirtschaftskooperation (APEC) ist Chinas Finanzminister Xiang Huaicheng mit seinem taiwanischen Kollegen Yen Ching-Chang zusammengekommen. Xiang sprach von einem sehr guten Meinungsaustausch. "Beide Seiten haben in Wirtschaftsfragen viele Gemeinsamkeiten", sagte Xiang. Er machte aber zugleich deutlich, dass enge Wirtschaftsbeziehungen davon abhingen, dass Taiwan den Alleinvertretungsanspruch der Volksrepublik für ganz China anerkenne. Die Inselrepublik Taiwan hatte sich 1949 vom kommunistischen China abgespalten. Im Mittelpunkt der APEC-Konferenz steht der konjunkturelle Einbruch der Weltwirtschaft. US-Finanzminister Paul O'Neill forderte von Japan einen größeren Beitrag zur Konjunkturbelebung. 40-minütiger Meinungsaustausch Xiang und Yen erklärten, ihr rund 40-minütiger Meinungsaustausch habe sich auf die nachlassende konjunkturelle Entwicklung in Asien und die anstehende APEC-Konferenz konzentriert. Auf Fragen von Journalisten, ob China - wie von Taiwan vorgeschlagen - bereit sei, direkten Handel, Verkehr und Postbeziehungen aufzunehmen, sagte Xiang: "Die Öffnung dieser drei Verbindungen ist sehr gut, für beide von Nutzen." Voraussetzung sei aber die Ankennung der "Ein-China-Politik", sagte der sichtlich gut gelaunte Xiang. Die APEC umfasst 21 Mitgliedstaaten, neben China und Taiwan auch Japan, Kanada, die USA und Australien. US-Finanzminister O'Neill erklärte noch vor seinem Eintreffen in Suzhou, die USA könnten nicht allein der Motor für Weltwirtschaftswachstum sein. Besonders Japan müsse entschlossen handeln, um die Wirtschaft zu beleben. Japans Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal 2001 gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent geschrumpft, wie die Regierung in Tokio am Freitag mitgeteilt hatte. China selbst hat sich von der Wachstumsschwäche nicht anstecken lassen. Im Jahresvergleich konnte die Wirtschaft im ersten Halbjahr eine Wachstumsrate von 7,9 Prozent erreichen. (APA/Reuters)