Jerusalem - Die israelische Polizei hat am Sonntag in Jerusalem den palästinensischen Minister für Jerusalem-Fragen, Siad Abu Sayad, vorübergehend festgenommen und ihn der Stadt verwiesen. Der israelische Rundfunk meldete, Sayad sei wegen "illegalen Aufenthaltes" in Polizeigewahrsam genommen worden, weil er weder die israelische Staatsbürgerschaft besitze, noch Einwohner Jerusalems sei. Dies sei das erste Mal, dass ein palästinensischer Minister aus diesem Grunde festgenommen wurde. Die Polizei verhörte Sayad und brachte ihn anschließend an die Stadtgrenze. Die Beamten warnten Sayad, der im Vorort Asaria wohnt, er dürfe nicht wieder nach Jerusalem zurückkehren. Sayad hatte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz israelische Abriegelungs-Maßnahmen im arabischen Ostteil der Stadt angeprangert. Vor Journalisten sprach er von einer israelischen "Apartheid-Politik" in Jerusalem. Die Palästinenser fordern den 1967 besetzten und kurz darauf annektierten Ostteil Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Israel beansprucht hingegen die gesamte Stadt als "ewige, unteilbare Hauptstadt". (APA/dpa)