Calais - Ein 18-jähriger Afghane ist beim Fluchtversuch durch den Eurotunnel von einem Wachmann durch Schüsse verletzt worden. Der Sicherheitsmann habe mit seinem privaten Gewehr drei Schüsse "als Warnung und ohne Absicht zu töten" abgegeben, hieß es nach Angaben der Polizei von Sonntag in Calais. Wachpersonal ist normalerweise nicht bewaffnet Der 25-jährige Wachmann habe die Tat vom vergangenen Dienstag gestanden. Der Flüchtling, der am Oberschenkel getroffen wurde, wollte im Frachtbahnhof von Calais auf einen Container-Waggon aufspringen, um nach Großbritannien zu gelangen. Das von der Eisenbahngesellschaft SNCF angestellte Wachpersonal ist normalerweise nicht bewaffnet. Der Mann habe sein Privatgewehr "aus eigener Initiative" auf den Streifgang mitgenommen, hieß es. Mehr als 35.000 Asylsuchende haben Flucht durch den Tunnel versucht Um den zunehmenden Andrang der Illegalen am Kanaltunnel einzudämmen, wollen französische und britische Behörden enger zusammenarbeiten. Britische Beamte sollen nach Angaben der "Sunday Times" auf französischer Seite Lastwagen durchsuchen, die mit den Shuttle-Zügen durch den Kanaltunnel nach Dover kommen. In der kommenden Woche wollen die Innenminister beider Länder der Zeitung zufolge weitere Maßnahmen zur Abwehr illegaler Einwanderer beschließen. Nach Schätzungen des Roten Kreuzes haben seit Eröffnung des Flüchtlingslagers Sangatte im September 1999 mehr als 35.000 Asylsuchende aus dem Irak, Afghanistan und afrikanischen Ländern die Flucht durch den Tunnel nach Großbritannien geschafft. Sie springen auf fahrende Züge, verstecken sich in Lastwagen oder laufen sogar zu Fuß durch den Tunnel. (APA/dpa)