Laibach - In Slowenien ist die Meldung aus Venedig mit Begeisterung aufgenommen worden: Der mit minimalen Mitteln hergestellte Schwarz-Weiß-Film "Kruh in mleko" (Brot und Milch, Übers.) erhielt beim 58.internationalen Filmfestival in der Lagunenstadt den Erstlingsfilm-Preis "Goldener Löwe der Zukunft", auch Luigi-De-Laurentis-Preis genannt. Erster Preis seit 50 Jahren/b>

Ein slowenischer Film wurde in Venedig das letzte Mal vor 50 Jahren ausgezeichnet. Den "Goldenen Löwen" hatte damals der Kinderfilm "Kekec" des noch lebenden Regisseurs Joze Gale erhalten.

Regisseur Jan Cvitkovic spielt selbst in bitter-süßer Alkoholiker-Geschichte

Der Gestalter des Films "Brot und Milch" ist der 35-jährige Jan Cvitkovic, vom Beruf Archäologe. Der aus dem slowenischen Küstengebiet stammende junge Mann befasste sich allerdings schon als Student mit Theater und Film, schrieb Drehbücher, übernahm Regieaufgaben und trat auch als Schauspieler auf. Er und der ebenfalls junge Produzent Danijel Hovecar schufen nur in den vergangenen zwei Jahren mehrere erfolgreiche "Low Cost"-Streifen, unter denen der Film "V leru" (Im Leerlauf, Übers.) bereits 20 Auszeichnungen erhalten hat. Cvitkovic war nicht nur Mitautor des Drehbuchs, sondern spielte auch die Hauptrolle. Für den nun preisgekrönten Film übernahm er erstmals auch die Regie. Es handelt sich um eine bitter-süße Geschichte von einem Alkoholiker, der einen Tag nach der Entlassung aus der Entwöhnungskur schon wieder zu trinken beginnt.

Bei Filmfestival in Portoroz vom Publikum abgelehnt

Der Streifen wurde beim vor kurzem abgehaltenen slowenischen Filmfestival in Portoroz kaum gewürdigt, vom Publikum eher eher abgelehnt und erhielt keinen Preis. Cvitkovic selbst sei von der Ehrung in Venedig am meisten überrascht, allgemein wurde nämlich angenommen, dass sein Film bei der Festival-Jury von Venedig keine Chancen hätte, berichteten slowenische Medien am Sonntag. Die einzige am Sonntag erscheinende Zeitung "Ne-Delo" drückte die Hoffnung aus, dass der Cvitkovic-Erfolg "den Gedankenhorizont gewisser Menschen in Slowenien" - gemeint sind die Meinungsmacher und die Verantwortlichen für die Finanzierung von Produktionen - endlich erweitern werde und dass man erkenne, der der Film heute einer der wichtigsten Werbungs- und Exportartikel sei. (APA)