Salzburg - "Ozon ist für den Menschen schlecht und noch schlechter für die Pflanzen. Ozon entsteht vor allem auch durch das Verbrennen von Gartenabfällen im Freien, was aus diesem Grund weitgehend verboten ist." Wer dennoch seine Gartenabfälle auf diese Weise entsorge, dem drohen Geldstrafen bis zu 50.000 Schilling - darauf wies am Montag Salzburgs Umweltschutzlandesrat Landesrat Othmar Raus (S) hin. Kleine Brandherde - große Wirkung Vor allem im Frühjahr, aber auch im Herbst sieht man oft kilometerlange Grauschleier, die sich durch die Gebirgstäler ziehen. Diese gehen von scheinbar kleinen Brandherden aus, die jedoch eine große Wirkung haben. Diese Feuer sorgen jedoch nicht nur für erhöhte Ozonkonzentrationen, sondern hinterlassen auch giftige Reste und entziehen dem Boden wichtige Nährstoffe, die durch das Verrotten entstehen würden, erklärte der Landesrat. Vorschriften Aus diesen Gründen gebe es Vorschriften, die das Verbrennen von Gartenabfällen weitgehend untersagen. So dürfen Stroh, Holz, Baum und Gras, Schnittabfälle, Laub und sonstige pflanzliche Materialien aus dem Garten das ganze Jahr über nicht verbrannt werden. Das Verbrennen von Bioabfällen aus landwirtschaftlich intensiv genutzten Bereichen ist in der Zeit vom 1. Mai bis 15. September nicht erlaubt. Generell verboten ist natürlich, Müll und andere Stoffe zu verbrennen, betonte Raus. Chemische Verbindungen Beim Verbrennen im Freien entstehen chemische Verbindungen (Kohlenwasserstoffe und Stickstoffoxide), die für hohe Ozonbelastungen sorgen, wenn die Sonne scheint. Schon jetzt wird in Salzburg an 90 Prozent der Tage eine zu hohe Ozonkonzentration für die Pflanzen gemessen. Aber nicht nur die Luft, auch der Boden, das Wasser und die Nahrungsmittel werden durch die Verbrennungsrückstände stark belastet. Bei jenen Bedingungen, wie sie bei offenen Feuern, insbesondere beim Verbrennen von feuchten biogenen Materialien, wie Ästen, Laub etc. vorherrschen, entstehen hohe Konzentrationen an "teerigen" Produkten, die stark Krebs erregend sind und die mit dem Regen gelöst in den Boden eingeschwemmt oder als Asche eingetragen werden. Manche Reste taugen aber nicht für den Kompost. Bio-Reste aus dem Garten, die von Schädlingen befallen sind, müssen beispielsweise über die Recyclinghöfe, die Biotonne oder Häckseldienste der Gemeinde entsorgt werden. Nur im Ausnahmefall darf dieses befallene Material in kleinen Mengen verbrannt werden. (APA)