New York/Washington - Nach dem schwersten Angriff auf die USA seit Pearl Harbour vor 60 Jahren konzentrierten sich die Bemühungen am Mittwoch auf die Suche nach Überlebenden und die Ermittlung der Schuldigen. New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani sagte, aus den Ruinen der beiden Wolkenkratzer des World Trade Centers hätten sich Überlebende mit ihren Funktelefonen gemeldet. Die Zahl der Toten des Angriffs mit zwei entführten Flugzeugen geht möglicherweise in die Tausende. In Washington, wo nach dem Einschlag eines Flugzeuges Teile des US-Verteidigungsministerium in Trümmern lagen, wurden bis zu 800 Tote vermutet. "Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, noch Menschen lebend zu finden", sagte Giuliani nach der Bergung zweier Polizisten. Zwischen dem Aufprall der beiden Passagierflugzeuge in den oberen Hälften der Türme und deren Einsturz sei noch Zeit gewesen, einen Großteil der Gebäude zu evakuieren, sagte Giuliani. Wie viele Tote es in New York gab, wusste niemand. Giuliani sagte, es werde vermutlich eine "horrende Zahl" sein, auf jeden Fall "mehr, als wir ertragen können". Als erste Bilanz sprach er am Mittwoch Vormittag MESZ von sechs Toten und 3.100 Verletzten. Davon seien 1.100 in die 170 Krankenhäusern der amerikanischen Finanzmetropole geschafft worden, 200 mit lebensgefährlichen Verletzten. 2.000 weitere, noch gehfähige Verletzte, seien mit Fähren über den Hudson-Fluß nach New Jersey gebracht worden. In beiden Türmen waren 50.000 Menschen beschäftigt. 265 Feuerwehrleute tot Als sicher gilt, dass in New York 265 Feuerwehrleute ums Leben gekommen sind, darunter der Chef der New Yorker Feuerwehr und dessen Stellvertreter. Vermutlich kamen jedoch mehrere tausend Menschen ums Leben. Allein ins New Yorker Saint Vincent Medical Center wurden 300 Verletzte eingeliefert. Noch einmal so viele seien auf die 170 anderen Krankenhäuser der US-Metropole verteilt worden. Ein Sprecher des Krankenhauses hatte die Zahl der Toten zuvor bereits auf "Hunderte, vielleicht Tausende" geschätzt. (APA/Reuters)