Wien/Brüssel - Das Netzwerk für eine demokratische Kontrolle der Finanzmärkte (Attac) verurteilt die "wahnwitzigen Terroranschläge" in New York und Washington "in aller Schärfe". "Ihr entsetzliches Ausmaß und ihre Wirkungen sind von historischer Tragweite", heißt es in einer Stellungnahme der Attac-Landesgruppen von Österreich und Deutschland. Gleichzeitig appelliert die Gruppe für Besonnenheit und friedliche Konfliktlösungsmethoden. Attac lehne die Kriegsrhetorik ab, "die nur zur Eskalation führt". In der derzeitigen "dramatischen Ausnahmesituation" sei es "außerordentlich wichtig, Besonnenheit zu wahren". Es dürfe nicht zu Überreaktionen kommen. Vielmehr müsse die Spirale der Gewalt durchbrochen werden. "Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten führt mit Sicherheit zu noch mehr Gewalt und ist daher keine Lösung", so die Gruppe, die für Besteuerung von globaler Finanztransaktionen eintritt. Kritk an "verbaler Spaltung der Welt" Attac kritisiert die verbale Spaltung der Welt in einen "zivilisierten" und einen "unzivilisierten" Teil, da dies Gräben aufreiße anstatt Brücken zu bauen. Auch die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten in der Welt, die sich in den vergangenen Jahren vergrößert hätten, würden einen Nährboden für Gewalt bilden. Die Bekämpfung dieser Ungleichheiten sei daher "integraler Bestandteil einer wirksamen Strategie gegen Terrorismus". Dem Engagement für eine "Globalisierung von sozialer Gerechtigkeit, Demokratie, Menschenrechten, Geschlechtergerechtigkeit und umweltgerechtem Verhalten" komme daher eine größere Bedeutung als zuvor zu, betont die dem Lager der Globalisierungsgegner zugerechnete Gruppe. Eine wirksame Bekämpfung von Terrorismus sei nur möglich, wenn auch die zu Grunde liegenden gesellschaftlichen und politischen Probleme gelöst würden. Besonders wichtig sei eine rasche politische Lösung des Nahostkonflikts, die den Interessen aller Beteiligten Rechnung trage. Sicherheit müsse heute weniger denn je militärisch verstanden werden, sondern vor allem sozial, kulturell, ökonomisch und politisch. (APA)