Wien - Mit zwei Ausstellungen, die ab morgen, Freitag, bis zum 11. November zugänglich sind, und einer "pflanzlichen Intervention" an der goldenen Kuppel geht die Wiener Secession in den Herbst. In der Galerie zeigt die Ausstellung "Linda Bilda for Ernst Schmidt Jr." das Ergebnis der Auseinandersetzung der Wiener Künstlerin Linda Bilda mit dem österreichischen Filmemacher und Filmtheoretiker, im Hauptraum zeigt der Amerikaner Christopher Wool mehrfach bearbeitete und "wiederverwertete" Bilder. "Es wurde sehr viel über den Tod der Malerei gesprochen. Sehr tot sieht das nicht aus", so Secessions-Präsident Matthias Herrmann heute, Donnerstag, bei der Pressepräsentation. Bilder als Bildmaterial Abstrakte, gebrochene Bilder-Überarbeitungen zeigt die Schau im Hauptraum. Der in New York lebende und arbeitende Christopher Wool (Jahrgang 1955) benützte seine eigenen Bilder "als Bildmaterial, um neue Bilder zu schaffen". Teile dieses Entstehungsprozesses werden in der umfangreichen Ausstellung "transparent gemacht". Von Wool in seinem Atelier während des Schaffensprozesses angefertigte Polaroid-Fotografien der großflächigen, teilweise übermalten oder mit deutlichen Schnittlinien wieder zusammengefügten Werke sind auch in einem begleitenden Künstlerbuch zu finden. Wände voller Manuskripte Zu einer Ausstellung und einem Buch führte die Auseinandersetzung der Wiener Künstlerin und "Artclub Wien"-Begründerin Linda Bilda mit dem 1988 49jährig verstorbenen Ernst Schmidt jr., mit dem Bilda befreundet war. Mithilfe verschiedener Techniken wie Fotoemulsion und Frottage applizierte Bilda in "Linda Bilda for Ernst Schmidt Jr." bisher großteils unveröffentlichte Manuskripte und Konzepte Schmidts direkt auf die Wände der Galerie. Fernseher und Filmprojektoren zeigen von Schmidt konzipierte Projekte. Parallel zur Ausstellung gibt es im Schikaneder-Kino eine Ernst-Schmidt-Jr-Filmschau. (von 27. 9. bis 8. 11. jeden Donnerstag, 18:30 Uhr), um "auch die Filme wieder in Umlauf zu bringen", so Herrmann. Goldene Kuppel in Beschlag Währenddessen wird die goldene Kuppel der Secession von einer aus einem Seitenfenster wachsenden Schlingpflanze durchdrungen. Dies ist der augenscheinliche Teil des dreigeteilten, von Rike Frank kuratierten "Experiment 6", das schon seit 30. 8. (bis 14. 10.) im graphischen Kabinett läuft und nun auch die Fassade in Beschlag nimmt. Die von der mexikanischen Künstlerin Minerva Cuevas 1998 gegründete Gruppe "Mejor Vida Corp." will mit diesem "MVCBiotechnologies. Für ein natürliches Interface" genannten Projekt die Monokultur der Lorbeer-Ornamentik der Secession durchbrechen. Im graphischen Kabinett sind zu diesem Behufe verschiedenste Pflanzen zu sehen, es gibt neben der rankenden Pflanze an der Fassade auch noch eine "Intervention" auf der Secessions-Homepage. (APA)