Oxfordshire/London - Gebäude mit integrierten Windturbinen könnten mindestens 20 Prozent ihres Energiebedarfs decken. Laut Forschern der Rutherford Appleton Labortatory´s Energy Research Unit sind derartige Konstruktionen sogar energieeffizienter als Windfarmen und solarbetriebene Komplexe. Ein Ingenieur-Team hat die Energielösung für ein öffentliches Gebäudes mit mehreren Türmen entwickelt. Die Prototypen der Windturbinen, mit einer Breite von derzeit nur zwei Metern sind dazwischen montiert, wie New Scientist berichtet. Die Originalgröße ist allerdings mit 30 Metern Durchmesser geplant. Vorläufige Testergebnisse an einem sieben Meter hohen Prototypen haben bereits gezeigt, dass die Anlage zwei Mal so effizient ist wie ein allein-operierender Windgenerator. Und dies trotz der Tatsache, dass die Anlage nicht dem Wind gegenübersteht. Zudem sind laut Expertenansicht in städtischen Gebieten die Windgeschwindigkeiten um zwei Drittel höher als in ländlichen Gegenden, was die Effizienz zusätzlich erhöhe. Das Gebäudekonzept besteht aus einem zweitürmigen, 200 Meter hohen Gebäude mit drei integrierten Turbinen. Das britische Team wurde von Ingenieuren der Stuttgarter Uni unterstützt. "Die Preisgestaltung der gesamten Anlage ist allerdings sehr schwierig", erklärte der Projektkoordinator Sinisa Stankovic. Der wahrscheinlich hohe finanzielle Aufwand stellte allerdings nur einen Bruchteil der Gesamtbaukosten dar, so Stankovic. Daran seien wiederum die benötigten gebogenen Turmkonstruktionen "schuld", erklärte der Architekt Marcus Lee. Auch die thermodynamische Struktur müsste sorgfältig überlegt werden, da die Turbinen einen bedeutenden Kühleffekt auf das Gebäude bewirken könnten. In Großbritannien geraten Planer im Städtebau zunehmend unter Druck. Die britische Regierung hat sich verpflichtet, zehn Prozent des Energiebedarfs bis zum Jahr 2010 aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. (pte)