Stralsund - Neun tote Schweinswale sind in den vergangenen Tagen an die Ostseeküste des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommerns gespült worden. Der jüngste Fund wurde bei der Insel Hiddensee gemacht, wie die Wasserschutzpolizei in Stralsund am Samstag mitteilte. Die Ursachen für das sich häufende Sterben der Schweinswale sollen an der Universität Kiel ermittelt werden. Der Schweinswal (Phocoena phocoena) wird bis zu zwei Meter lang und gehört mit den Delfinen und Pottwalen zu den Zahnwalen. Deutlich sind die Tiere an ihrer fast dreieckigen Rückenflosse zu erkennen. Schweinswale sind in den gemäßigten Zonen fast auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet. Auf der Insel Sylt lassen sie sich bei ruhigem Wetter ganzjährig sogar direkt vom Strand aus beobachten. Sie folgen im Frühjahr den Laichzügen der Heringe. Seit einigen Jahren werden nach Angaben des Naturschutzbundes alarmierend viele der Schweinswale tot angeschwemmt. Die Belastung mit Schadstoffen sowie Nahrungsmangel durch Überfischung werden als wesentliche Gründe angesehen. Jedes Jahr fallen rund 10.000 Schweinswale allein in der Nordsee der Fischerei zum Opfer. Das sind beim Schweinswal 2,5 bis fünf Prozent des geschätzten Bestandes von 200.000 bis 400.000 Tieren. (APA/AP)