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apa/ Oriana Elicabe
Nürnberg - Der mexikanische Bischof Samuel Ruiz Garcia ist am Sonntag mit dem Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis ausgezeichnet worden. Der 76 Jahre alte emeritierte Geistliche aus dem Teilstaat Chiapas erhielt den Preis für seinen Einsatz um die Rechte der unterdrückten Indigenas in seiner Heimat. Ruiz sei weltweit zu einer Symbolfigur im Kampf für die indigenen Völker geworden, begründete die Jury ihre Wahl. Zu Beginn des Festaktes in der Nürnberger Oper legten die Gäste zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge in den USA eine Gedenkminute ein. Warnung vor Kampf der Kulturen Ruiz betonte, der Anerkennung lägen fortdauernde Leiden der Bevölkerung in Mexiko zu Grunde. "Ich kann diesen Preis heute nicht entgegennehmen, ohne mir selbst zu versprechen, dass ich weiterhin unermüdlich für die Anerkennung der Würde und der individuellen und kollektiven Menschenrechte der indigenen Völker kämpfen werde." Der deutsche Innenminister Otto Schily (SPD) hob hervor, Ruiz habe durch sein unerschütterliches Engagement zahlreichen Menschen Hoffnung und Zuversicht gegeben. Mit Blick auf die Anschläge in den USA sagte er: "Wir schulden unseren Freunden in den Vereinigten Staaten Solidarität, die nicht bei Worten stehen bleibt." Hintergrund jeden Vorgehens müsse aber die Verteidigung der humanitären Grundwerte sein. "Wir dürfen uns nicht in einen angeblichen Kampf der Kulturen hineintreiben lassen, im Gegenteil." Der Träger des Friedensnobelpreises von 1980, Adolfo Perez Esquivel, forderte mit Blick auf den Terror ein besonnenes Vorgehen. "Mit Rache, Hass und Revanchismus kann man die Probleme nicht lösen", sagte er unter dem Beifall der Festgäste. Der Einsatz von Menschen wie Samuel Ruiz Garcia rufe auch alle anderen Menschen zum Handeln auf, hieß es in einem vom Vizepräsidenten des UNO-Menschenrechtskomitees, Abdelfattah Amor, verlesenen Grußwort des UNO-Generalsekretärs Kofi Annan. "Wenn Kriege in den Köpfen der Menschen beginnen, dann beginnt dort auch der Friede."´(APA/dpa)