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Wien - In der Schlacht gegen die weltweiten Terror-Netzwerke geht es jetzt auch darum, deren finanzielle Grundlagen aufzuspüren. Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder hat angekündigt, schärfer gegen Geldwäsche vorzugehen: "Wir müssen diesen international tätigen Verbrecherorganisationen die Geldzufuhr abschneiden." Österreichs Bundesregierung erklärte am Montag, nach der Hilfe für die Opfer der katastrophalen Anschläge in den USA sei nun die Suche nach den Köpfen des internationalen Terrors und nach ihren Finanzquellen vorrangig. Laut Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist alles zu unternehmen, "dem Terrorismus das Geld abzugraben". Dazu bedürfe es breiter internationaler Zusammenarbeit. Schüssel: "Da darf es kein Abseitsstehen geben". Der Finanzplatz Österreich werde dies "im eigenen Interesse" machen. Bankgeheimnis ausreichend Mit der Abschaffung der Anonymität habe Österreich den Erfordernissen der internationalen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Kriminalität (FATF) voll entsprochen, sagte Finanzminister Grasser am Montag. Bedarf, etwa das österreichische Bankgeheimnis einzuschränken, sieht man in der Regierung nicht. Durchbrochen werden kann das Bankgeheimnis u.a. bei eingeleiteten Strafverfahren und bei Verdacht auf Geldwäsche. Das reiche derzeit aus, heißt es in der Regierung in Wien. Zudem wird auf die Möglichkeit verwiesen, nach Hinweisen Bankkonten einzufrieren, wie dies auch bei der Balkankrise gehandhabt worden sei. Deutschland verstärkt Auskunftspflicht Aus Deutschland verlautete indes, dass die Auskunftspflicht von Banken über Kontenbewegungen gesetzlich verschärft werden könnte. Eine umfangreichere Auskunftspflicht könnte Banken entstehen, die Konten verdächtiger Organisationen unterhalten, sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye Montagmittag in Berlin gegenüber vwd. Als Reaktion auf die US-Terroranschläge finde eine Überprüfung statt, "wie und auf welche Weise terroristischen Gruppierungen der Geldhahn zugedreht" werden könne. Er könne noch keine Angaben dazu machen, wie dies "rechtlich gefasst werden könne", sagte der deutsche Regierungssprecher. (APA)