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Foto: Reuters/Prammer
Wien - Mehr Geld aus dem Bundesbudget für die Lehrlingsausbildung forderte SPÖ Kinder- und Jugendsprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Montag bei einer Pressekonferenz. Die Zahl der Lehrstellensuchenden sei auf 10.500 gestiegen, dem stünden 5.400 offene Lehrstellen gegenüber. Würden die rund 3.000 Jugendlichen in Überbrückungsmaßnahmen und jugendliche Arbeitslosengeldbezieher hinzugerechnet, dann seien derzeit mehr als 13.000 Jugendliche für das laufende Ausbildungsjahr ohne Lehrplatz. Angesichts dieses Zahlenmaterials forderte Heinisch ein Sofortmaßnahmenpaket. Dafür sollten mindestens 500 Millionen Schilling (36,3 Mill. Euro) von der Bundesregierung für das Ausbildungsjahr 2001/2002 bereitgestellt werden, um weitere Ausbildungsplätze für Jugendliche in ganz Österreich zu schaffen. Denn die von der Regierung bereitgestellten "100 Millionen Schilling würden nur die Arbeitslosen in Wien abdecken", so Heinisch. Außerdem müsste das 1998 geschaffene und befristet in Kraft getretene Jugendausbildungssicherungsgesetz verlängert werden, damit auf diese Art die Finanzierung von Lehrlingsstiftungen aus dem Bundesbudget gesichert sei. Die Jugendsprecherin kritisierte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein: Dieser habe die dramatische Lage auf dem Lehrstellenmarkt ignoriert sowie vor der Öffentlichkeit die Zahlen zur Lage verschönert und verharmlost dargestellt. "Jugendliche haben ein Recht auf Ausbildung und Beschäftigung und das darf man ihnen nicht nehmen", meinte Heinisch-Hosek. "Die Wirtschaft klagt über einen Mangel an Fachkräften vor allem für Information und Telekommunikation. Allein deshalb müssen Wirtschaft und Regierung zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen." Anstatt Geld in Werbe- und Inseratenkampagnen und in die Personalpolitik zu stecken, sollte man sich auf die Zukunft der Jugend konzentrieren. (APA)