Bregenz - Rund 200.000 Tonnen hoch radioaktiver Abfälle sind derzeit weltweit vorhanden und müssen entsorgt werden. Rund 300 Wissenschafter aus 28 Nationen Mit der Endlagerung dieses Atommülls, mit Chemie- und Migrationsverhalten von hoch radioaktiven Abfällen und Spaltprodukten in der Geosphäre befassen sich rund 300 Wissenschafter aus 28 Nationen bei einem Kongress von heute, Montag bis Freitag in Bregenz. Veranstalter sind die Forschungszentren Karlsruhe und Rossendorf bei Dresden und das Paul Scherrer Institut in der Schweiz. "Es gibt weltweit kein einziges Endlager für hoch radioaktive Abfälle, Konzepte sind zwar vorhanden, aber noch nicht umgesetzt," charakterisierte Kongress-Sekretär Horst Geckeis vom Forschungszentrum Karlsruhe die derzeitige Situation. Die Endlagerung von hoch radioaktiven Abfällen bezeichnete Geckeis gegenüber als "äußerst brisantes Problem, das dringend gelöst werden muss". Weltweit kein einziges Endlager für hoch radioaktive Abfälle Langlebige radioaktive Stoffe müssen, so Geckeis, "einige 100.000 Jahre von der Erdoberfläche, insbesondere vom Grundwasser fern gehalten werden". Die Forschung wisse inzwischen, dass es Prozesse gibt, welche die Freisetzung dieser Stoffe in der Erde verhindern. Doch das allein sei zu wenig, warnte Geckeis. Deshalb bemühe sich die Forschung jetzt vermehrt, Probleme aufzuzeigen. Salzstöcke und Granit gelten derzeit am ehesten geeignet für die Endlagerung von Atommüll, bestätigte Geckeis. Hundertprozentige Sicherheit könne die Wissenschaft aber noch nicht garantieren. Nukleare Forschungsbereiche gelten derzeit als sterbender Zweig in der Wissenschaft Seit nunmehr 16 Jahren veranstalten führende Forschungszentren alle zwei Jahre einen weltweiten Kongress zu dieser Problematik. Ziel dieser alternierend in Europa und Übersee stattfindenden Veranstaltung ist es, Fortschritte in der Wissenschaft zu kommunizieren, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Darüber hinaus soll Forschungsnachwuchs herangezogen werden. "Nukleare Forschungsbereiche gelten derzeit als sterbender Zweig in der Wissenschaft, sie sind nicht mehr attraktiv," bedauert Geckeis. Dabei würden Experten in diesen Bereichen dringend gebraucht. "Ansonsten stehen wir eines Tages da mit dem ganzen Atommüll und es gibt niemanden mehr, der weiß, wie man damit umgeht", gibt der Wissenschafter des Forschungszentrums Karlsruhe zu bedenken.(APA)