Islamabad/Beirut - Eine pakistanische Delegation unter Führung des Geheimdienstes ist von einer Vermittlungsmission in Afghanistan in die Heimat zurückgekehrt. "Es gibt keine Pläne für einen weiteren Einsatz", sagte ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums am Dienstag in Islamabad. Die Delegation hatte versucht, die in Afghanistan regierenden Taliban zu einem Einlenken und zur Auslieferung des mutmaßlichen Terrordrahtziehers Osama Bin Laden zu bewegen. Aus pakistanischen Regierungskreisen verlautete am Dienstag unter Berufung auf die Delegation, die Taliban würden derzeit lediglich eine Auslieferung von Bin Laden in einen anderen Staat als die USA unter bestimmten Bedingungen erörtern. Dazu zählen ein Verfahren gegen den moslemischen Fundamentalisten in einem neutralen Staat, sowie die Anerkennung der Taliban als rechtsmäßige Regierung Afghanistans und die Aufhebung der UNO-Sanktionen gegen das Land. Religiöse Führer schlossen eine Auslieferung Bin Ladens ohne Beweise aus. Unterdessen veröffentlichte der einflussreiche schiitische Geistliche Scheich Mohammed Hussein Fadlallah ein religiöses Gutachten, in dem er Moslems die Teilnahme an einem US-Vergeltungsschlag ausdrücklich untersagte. "Es ist keiner islamischen Partei, keinem Land, keinem Herrscher und keiner politischen Bewegung gestattet, den USA irgendeine militärische, sicherheitstechnische oder wirtschaftliche Hilfe bei ihrem Krieg gegen ein moslemisches Land zu gewähren", hieß es in der Erklärung. Fadlallah galt früher als maßgeblicher geistiger Führer der südlibanesischen Hisbollah. Er hat die Terroranschläge in den USA in der Vorwoche ausdrücklich als "schrecklichen Akt" verurteilt. (APA/Reuters)