San Sebastian - Mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA haben im Badeort Zarautz in Nordspanien einen Bombenanschlag auf ein Gebäude der staatlichen Rentenversicherung verübt. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde bei der Explosion eines Sprengsatzes von zwei Kilogramm Dynamit in der Kleinstadt bei San Sebastian niemand verletzt. Es entstand aber erheblicher Sachschaden. Die Terroristen hatten die Bombe kurz nach Mitternacht per Zeitzünder zur Explosion gebracht. Die Polizei bezichtigte die ETA der Tat. In diesem Jahr wurden bisher zwölf Menschen bei Anschlägen der ETA getötet. Die früheren spanischen Innenminister Jose Barrionuevo und Jose Luis Corcuera stehen seit Mittwoch in Madrid wegen Veruntreuung vor Gericht. Das Verfahren gegen die früheren sozialistischen Minister gilt als der letzte große Korruptionsprozess gegen Politiker der Regierung des früheren Ministerpräsidenten Felipe Gonzalez (1982-1996). Barrionuevo und sein Nachfolger Corcuera sind angeklagt, Millionensummen aus den Geheimfonds des Innenministeriums veruntreut und damit die Gehälter hoher Beamter aufgebessert zu haben. Die Gelder waren eigentlich für die Bezahlung von Agenten und für den Kampf gegen baskische Terroristen bestimmt gewesen. Die Staatsanwaltschaft forderte für Corcuera zehn Jahre und acht Monate Haft und für Barrionuevo sieben Jahre. Ex-Regierungschef Gonzalez soll vor Gericht als Zeuge aussagen. Barrionuevo war bereits wegen illegaler Methoden beim Kampf gegen baskische Terroristen zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die konservative Regierung von Ministerpräsident Jose Maria Aznar erließ dem Sozialisten per Gnadenerlass einen großen Teil der Strafe, so dass der Ex-Innenminister das Gefängnis nach wenigen Monaten verlassen konnte. (APA/dpa)