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foto: apa/bbc
London - Der britische Premierminister Tony Blair und sein irischer Kollege Bertie Ahern haben am Mittwoch in London über den Friedensprozess in Nordirland gesprochen. Es wurde erwartet, dass Großbritannien noch vor dem Wochenende wieder die direkte Kontrolle über die Provinz übernimmt, wenn die Frist für die Abgeordneten zur Wahl eines neuen Regierungschefs in Nordirland abläuft. Blair und Ahern erklärten während einer gemeinsamen Pressekonferenz, sie hofften, dass die protestantischen Ulster Unionists (UUP) und die katholische Partei Sinn Fein sich noch auf die notwendigen Schritte zur Einhaltung des Karfreitagsabkommens von 1998 einigen könnten. "Wir wollen Terrorismus und Gewalt in Nordirland hinter uns lassen, darum wünschen wir uns, dass der Friedensprozess erfolgreich ist", sagte Blair. Aus Protest gegen die Haltung der IRA zu ihrer vereinbarten Entwaffnung war UUP-Vorsitzender David Trimble im Juli als Chef der nordirischen Regionalregierung zurückgetreten. Großbritannien hat im vergangenen Monat der nordirischen Regionalregierung für einen Tag die Vollmacht entzogen und damit die Frist zur Wahl eines neuen Ersten Ministers um sechs Wochen verlängert. Blair könnte dieses juristische Manöver wiederholen und damit noch mehr Zeit für Verhandlungen mit der IRA gewinnen. Bei einem Scheitern kann die britische Regierung auch die Regionalregierung auflösen und Neuwahlen ausrufen. Im Zusammenhang mit den Angriffen gegen katholische Schüler in Belfast hat die nordirische Polizei acht Männer festgenommen. Wie die Polizei weiter mitteilte, musste sie am Mittwoch erneut einschreiten, um die Kinder auf ihrem Schulweg durch eine protestantische Siedlung im Stadtteil Ardoyne zu schützen. Seit Anfang September versuchen protestantische Bewohner zum Teil mit Gewalt, die Kinder daran zu hindern, den Weg durch ihr Viertel zu benutzen. Auf dem Höhepunkt der Ausschreitungen waren am 5. September vier Polizisten verletzt worden, als eine Brandbombe explodierte. (APA/AP)