Chur - Ein algerischer Schubhäftling ist am Donnerstag, erhängt in einer Zelle des Kommandos der Kantonspolizei Graubünden in Chur aufgefunden worden. Der 30-Jährige hätte am selben Tag aus der Schweiz abgeschoben werden sollen. Renato Fontana, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Graubünden, sagte, der Mann habe sich vermutlich mit Stoffteilen, die in der Zelle vorgefunden wurden, das Leben genommen. Anzeichen einer äußeren Gewalteinwirkung wurden nicht festgestellt. Die Leiche des Mannes war um 7.20 Uhr gefunden worden. Die Zelle wird laut der Staatsanwaltschaft Graubünden nicht von Kameras überwacht. Der Algerier war am Mittwochabend vom Untersuchungsgefängnis des Verkehrsstützpunktes in Thusis, wo er zwei Monate inhaftiert war, nach Chur verlegt worden. Er hätte vom Flughafen Zürich-Kloten über Lyon nach Algerien abgeschoben werden sollen. Zuvor waren zwei Abschiebeversuche gescheitert Zuvor waren zwei Abschiebeversuche gescheitert. Beim ersten Mal hatte sich der Mann den begleitenden Beamten auf dem Flughafen in Genf widersetzt, das zweite Mal auf dem Zürcher Flughafen. Die dritte Abschiebung am Donnerstag auf Anordnung des Bundesamtes für Flüchtlinge hätte wieder vom Flughafen Zürich ausgehen sollen. Laut Heinz Brand, Chef des Bündner Amtes für Polizeiwesen, hatte der Asylbewerber die Absicht bekundet, freiwillig in sein Heimatland zu reisen. Deshalb sei auch eine unbegleitete Rückführung vorgesehen gewesen. Die Menschenrechtsgruppe "augenauf" hatte am Mittwoch gegen die Abschiebung sowie die Haftbedingungen in Thusis protestiert und von den Bünder Behörden verlangt, den Asylbewerber sofort auf freien Fuß zu setzen. (APA)