Salzburg - Am Bärenkopf nahe der Salzburger Gemeinde Kaprun (Pinzgau) ist Donnerstagnachmittag eine Lawine abgegangen. Zwei Seilschaften wurden dabei von den Schneemassen begraben. Eine Suchaktion wurde von Salzburger Bergrettern sofort eingeleitet. Auch Hubschrauber waren daran beteiligt. Dem ÖAMTC zufolge konnten die sechs bis sieben Tourengeher (genauere Angaben standen Donnerstagnachmittag noch nicht fest), die von dem Schneebrett erfasst wurden, bereits kurz nach dem Unglück geborgen werden. Eine Person dürfte sich Verletzungen unbestimmten Grades zugezogen haben. Experten zufolge ist ein Lawinenabgang zu dieser Jahreszeit ein eher ungewöhnliches Ereignis. So war etwa auch der Lawinenwarndienst des Landes Salzburg am Donnerstag noch immer in der Sommerpause. Im Jahr 1999/2000 (das sind die jüngsten Zahlen, die vorliegen) wurden laut Bergrettung bei 87 Lawinenunfällen 139 Personen erfasst. 44 Menschen wurden verletzt, 39 getötet. Die meisten Toten und Verletzten gab es in Tirol (jeweils 18), die wenigsten in Niederösterreich (jeweils 0). Am gefährlichsten war im Winter 1999/2000 dem Bergrettungsdienst zufolge der Variantenbereich, wo vor allem Snowboarder Schneebretter auslösten und verschüttet wurden. Das zweitgefährlichste Gelände war der Skitourenbereich. Zuletzt starben in Kaprun vergangenen Winter mehrere Personen, als eine Gruppe von Skilehrern auf Ausbildung in einen Lawinenhang einfuhr. (chr, DER STANDARD Print-Ausgabe 21.September 2001)