Stundenlanges Fernsehen und Computerspielen führt bei Kindern offenbar verstärkt zu Sehstörungen. Wie das Deutsche Grüne Kreuz in Marburg berichtet, kann es beim konzentrierten Dauerblick auf den Fernseher zu Ermüdungserscheinungen und geröteten Augen kommen. Die Experten verwiesen auf eine Studie des Hamburger Hans-Bredow-Instituts, wonach Kinder im Durchschnitt täglich etwa 133 Minuten vor dem Flimmerkasten verbringen. Dabei sollten Kinder ihren Augen zuliebe nicht mehr als eine Stunde pro Tag vor dem Fernseher sitzen, raten die Experten. Denn gerade bei jungen Menschen sei das visuelle System noch im Aufbau und benötige tägliches Training. Beim Spielen im Freien sei das Auge gezwungen, sich ständig auf nahe und ferne Ziele einzustellen. Beim Fernsehen werde das Auge dagegen nicht trainiert und der Blick werde regelrecht eingefroren. Vor allem kleinere Kinder seien von der allgemeinen Verschlechterung der Sehkraft betroffen. Die Störanfälligkeit des kindlichen Auges sei bis zum fünften Lebensjahr besonders hoch. Das Zusammenspiel beider Augen festige sich erst ab dem sechsten Lebensjahr. Sehstörungen gehören bei Kindern fast zum Alltag. Vier bis sechs Prozent aller Kinder schielen den Experten zufolge. Fast jedes Kleinkind sei weitsichtig und etwa zwei von 10.000 Kindern kämen mit einem Grauen Star, einer Eintrübung der Linsenflüssigkeit, auf die Welt. Die verbreitete Weitsichtigkeit sei jedoch noch normal und verschwinde mit der Entwicklung des Sehsystems. (APA)