Wien - Aussagen von Greenpeace, die österreichische Maisernte sei heuer teilweise gentechnisch kontaminiert, und eine entsprechende Warnung an die Lebensmittelhersteller veranlasste heute den heimischen Maisstärkehersteller AGRANA zur Feststellung, dass die seit einigen Tagen begonnene Nassmaisübernahme in der Stärkefabrik Aschach mit einer 100 %igen Beprobung der Lieferungen verbunden sei: "AGRANA untersucht jede Fuhre Nassmais", so Generaldirektor Johann Marihart gegenüber dem AIZ. Zusätzlich, so heißt es beim größten Getreidehändler im Land, RWA (Raiffeisen Ware Austria), werde jede Fuhre Nassmais von der RWA an AGRANA auch vom Lieferanten auf die Gentechnik-Freiheit kontrolliert und "wir lassen uns das ein Heiden Geld kosten". Die RWA versorgt als einer der Hauptlieferanten Aschach mit Mais aus Vertragsanbau mit strengen Auflagen an die Sortenauswahl, der Rest wird mit einer Erzeugergemeinschaft kontrahiert beziehungsweise von anderen Händlern am Spotmarkt zugekauft. AGRANA verarbeitet in ihrem Werk Aschach bis zu 260.000 t Mais jährlich und verfolgt eine strikte Linie der Gentechnik- Freiheit mit lückenlosen Kontrollen aller Lieferungen. Das heißt auch bei eventuell von Lieferanten aus dem Spotmarkt nicht kontrollierter Ware griffen auf alle Fälle die AGRANA-eigenen Tests. **** AGRANA und RWA schließen mit ihrem Kontrollsystem praktisch aus, dass Reste der leicht gentechnisch verunreinigten Aussaat aus dem heurigen Frühjahr unentdeckt bleiben können. Bekanntlich ist heuer ohne Wissen der betroffenen Landwirte geringfügig verunreinigtes Saatgut zur Anwendung gekommen, wobei der Anbau mit diesen Chargen nach Möglichkeit vernichtet wurde. Greenpeace behauptete heute, dass von 7.000 ha der derart bestellten Maisfläche (gesamte heimische Maisfläche zuletzt rund 160.000 ha, Tendenz steigend) die Hälfte zur Ernte anstünde. Zwtl.: Bisher rund 100 LKW kontrolliert - einer gestoßen Laut Marihart habe man heuer bisher rund 100 LKW Nassmais in Aschach zur Stärkeerzeugung übernommen, davon sei nach der lückenlosen Kontrolle mit Schnelltests ein LKW von einem privaten Landhändler gestoßen worden. Von jedem LKW würden Proben genommen und untersucht; im Falle der einen positiven Probe seien alle fünf Proben noch einmal wiederholt worden und negativ ausgefallen. Trotzdem sei die Ware gestoßen worden. Daran sehe man, dass "die Kontrollen greifen" und man auf alle Fälle auf Nummer sicher gehe. Zwtl.: Vorwurf "unbegründeter Verunsicherung" an Greenpeace Wie aus Getreidehandelskreisen verlautet, seien die möglicherweise von der leichten Verunreinigung des Saatgutes betroffenen Felder den Umweltaktivisten weitgehend bekannt, würden von Greenpeace allerdings vor dem Abernten nicht bekannt gegeben. Vielmehr hätten diesen Berichten zufolge Greenpeace-Aktivisten den Drusch dieser Maispartien nahe den Feldern abgewartet und die LKW)s beim Abtransport zur Stärkefabrik verfolgt, um dann kurz vor der Probennahme durch AGRANA selbst von diesen LKWMs Proben zu ziehen. In der Branche wird dies so bewertet, dass es Greenpeace mit dieser Vorgangsweise offensichtlich nicht um die Sache, sondern vielmehr nur um den Effekt "einer völlig unbegründeten Verunsicherung der Öffentlichkeit" gehe. (