Wien - Die börsenotierte Immofinanz Immobilien Anlagen AG, die nach einer Kapitalerhöhung und der Platzierung einer Wandelanleihe über vier Milliarden Schilling Liquidität verfügt, wartet im Gefolge der Terroranschläge in den USA mit weiteren Investitionen zunächst ab, um im Fall einer Rezession ihre Eigenkapitaldecke stärken zu können. Den Planungen entsprechend werde man aber bis Jahresende weitere 1,5 Mrd. S in Immobilien investieren und und damit die Grenze von einer Milliarde Euro Immobilienvermögen überschreiten, sagte Immofinanzchef Karl Petrikovics bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2000/01. Nutzfläche gestiegen Petrikovics bezeichnete das abgelaufene Jahr als "exzellent": die Nutzfläche der größten Immobiliengesellschaft des Landes schnellte von 547.000 Quadratmeter auf 696.000 Quadratmeter in die Höhe - bei einem Vermietungsgrad von 97,4 Prozent. Die Mieterträge stiegen deutlich von 535,9 Mill. S auf 615,2 Mill. S. Der Schätzwert der Immofinanz-Immobilien - im vergangenen Jahr bei knapp 9,4 Mrd. S - stieg auf heuer etwa 11,3 Mrd. S. Ende 2001/02 soll dieser Wert auf 13,9 Mrd. S - also deutlich über den mittelfristig angepeilten Wert von mehr als einer Mrd. Euro - ansteigen. Der 2000/01 erzielte Cash Flow verdoppelte sich beinahe auf 212 Mill. S, der Jahresüberschuss der Aktiengesellschaft stieg von 51 auf 55,7 Mill. S an. Hohe Liquiditätsreserve Nach den Terrorattacken sind namentlich die Investitionspläne in den USA "vorerst zurückgestellt", aber auch bei den übrigen Investitionen wird die Immofinanz derzeit "etwas zurückhaltend" (Petrikovics) agieren. "Die hohe Liquiditätsreserve ermöglicht es uns, in einer unsicheren weltwirtschaftlichenSituation rasche Entscheidungen treffen zu können." Im Extremfall könne man damit den Fremdmittelanteil von derzeit 50 auf 15 Prozent senken, erklärten Petrikovics und sein Vorstandskollege Norbert Gertner. In Österreich wird zunehmend in den Wohnungsmarkt investiert Sobald sich die derzeitige wirtschaftliche Situation geklärt hat, will die Immofinanz in Europa bis Jahresende etwa 1,5 Mrd. S investieren - in Österreich zunehmend in den Wohnungsmarkt, der nach Meinung der der Immofinanz in den nächsten Jahren einen Aufschwung erleben wird: Der Wohnungsanteil am österreichischen Portfolio soll in den nächsten Jahren von 4 Prozent Ende der Neunzigerjahre auf zehn Prozent ansteigen. Den Wiener Büromarkt sieht man - trotz fallender Renditen - nach wie vor in einer "Boomsituation". Dies sähen auch die deutschen Immobilienfonds so, die groß in Wiener Büroflächen investierten. (APA)