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Foto: APA/dpa/Jansen
Wien - Im Vorfeld der ÖGB-Urabstimmung fand am Freitag in Wien der letzte Aktionstag statt, der sich mit Frage sechs der Abstimmung beschäftigte: "Wir fordern den Stopp des unwiderruflichen Ausverkaufs öffentlichen Eigentums, um unsere Grundversorgung zu sichern." Am Wiener Meiselmarkt wurden Broschüren zum Thema "Wald-Wasser-Arbeit" an die Passanten verteilt und über die derzeitige Situation der Waldwirtschaft informiert und diskutiert. Wald, Wasser und Wiesen seien "unser wertvollstes Gut", sagte eine ÖGB-Aktivistin. Doch der österreichische Wald befinde sich überwiegend in Privatbesitz. Seit Jahren gehe die Zahl der in der Forstwirtschaft Beschäftigten kontinuierlich zurück. In Hinblick auf die Wichtigkeit der Wälder für die Wasserproduktion, ergebe sich für die Forstwirtschaft ein großes Arbeitsgebiet bei der Bewirtschaftung der Wälder nach Kriterien des Wasserschutzes. Der erhöhte Arbeitsaufwand für die Quellenschutzwaldbewirtschaftung könnte über Einnahmen aus dem Wasserverkauf finanziert werden, in den ländlichen Regionen würden wertvolle Dauerarbeitsplätze entstehen. Wassermangel Der UNO-Klimagipfel von Rio de Janeiro 1992 habe im Zusammenhang mit nachhaltiger Waldwirtschaft als eines der Ziele ausdrücklich die Produktion von einwandfreiem Trinkwasser genannt. Doch Prognosen sagen heute voraus, dass im Jahr 2025 bereits 35 Prozent der Weltbevölkerung an akutem Wassermangel leiden werden. "Die Wälder müssen unter staatlicher Kompetenz bleiben und richtig bewirtschaftet werden. Wir wollen keine Wasserscheiche. Man muss auch an die kommenden Generationen denken", so Josef Wagerer, ein ehemaliger Mitarbeiter der Bundesforste. Die Gewerkschaft ANG (Agrar, Nahrung. Genuss) fordert forstliche Leistungen zum Schutz der Trinkwasservorkommen ebenso wie die eigene Bewertung und bessere Vermarktung, auch in Hinblick auf die Versorgung von Menschen anderer Länder, in welchen Trinkwassermangel herrsche. Außerdem will die Gewerkschaft einen Abschluss von langfristigen überregionalen Trinkwasser-Lieferverträge, die langfristige Sicherung und den Ausbau von Arbeitsplätzen sowie die Sicherung der Versorgung und die Erhöhung der Qualität des Trinkwassers. (APA)