Berlin - Filmregisseur Wim Wenders stellt sich seit Freitag in Berlin als Fotograf vor. Die erste Werkschau des seit 20 Jahren fotografierenden Künstlers trägt den Titel "Bilder von der Oberfläche der Erde". 18 Panoramabilder bilden den Blickpunkt. Zum Teil erst in jüngster Zeit aufgenommen, führen sie unter anderem nach Amerika, Israel, Australien, Mexiko, Japan und Kuba. Die bis zum 4. November gezeigte Ausstellung, die anschließend auf eine Tournee gehen soll, ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Centrum für Photographie in Berlin entstanden. Der Regisseur, der sich auch in seinen Filmen von Landschaften inspirieren lässt, meinte zu den faszinierenden, große Ruhe ausstrahlenden Aufnahmen meist ohne Menschen: "Ich glaube an die geschichtsprägende Kraft von Landschaften." Orte besitzen nach seiner Meinung "Charakter und Biografie genug, um von den Menschen etwas zu erzählen". Die Geschichte seiner Fotos müsse der Betrachter selbst entdecken. In einem zur Ausstellung erschienenen Katalogbuch lieferte er sie allerdings in knapper Form mit. Wenders hielt die zerfallenden Häuserfassaden von Havanna ebenso fest wie einen gewaltigen Meteoriten-Krater in Australien. Zu Objekten wurden einsame Straßen und verlassene Geschäfte, der japanische Bambuswald und ein Autofriedhof. Die neuesten Aufnahmen entstanden im US-Bundesstaat Montana, wo der 56-jährige Regisseur gegenwärtig an einem neuen Filmprojekt arbeitet. Der Streifen erzähle über das amerikanische Familienleben in Montana, sagte Wenders. (APA/dpa)