Wels - Ein AHS-Lehrer ist wegen des Vorwurfs schwerer Sexualdelikte in der Nacht zum Samstag am Landesgericht Wels zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren unbedingt verurteilt worden. Der Angeklagte leugnete die ihm zur Last gelegten Straftaten bis zuletzt, er nahm das Urteil gelassen hin. Sein Verteidiger legte für ihn Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde ein. Das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig. Dem Pädagogen war eine ganze Liste von Straftaten vorgeworfen worden: Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Unmündigen, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses und schwere Nötigung. Der aus der U-Haft vorgeführte AHS-Professor wies alle Vorwürfe zurück. Mit Tod gedroht Laut Anklage habe er in der Silvesternacht 1998 die 13-jährige Tochter eines befreundeten Ehepaars vergewaltigt und dem Mädchen später mit dem Umbringen gedroht, sollte es jemandem etwas sagen. Später soll er das Mädchen noch mehrmals vergewaltigt haben. Danach habe sich das Mädchen - so die Anklage - aus Angst vor einer Schwangerschaft einem Freund anvertraut. Dieser brachte die Affäre ins Rollen, der Professor wurde Anfang April dieses Jahres verhaftet. Als der Verdacht gegen ihn bekannt wurde, meldete sich bei der Gendarmerie eine Frau mit weiteren Anschuldigungen. Sie gab an, bereits Anfang der neunziger Jahre - damals war sie 18 Jahre alt und Schülerin bei dem AHS-Lehrer - sei sie von ihm massiv sexuell belästigt worden. Die Frau erklärte bei ihrer Anzeige, sie habe all die Jahre geschwiegen. Erst als sie von dem Fall der 13-Jährigen hörte, habe sie sich entschlossen, Anzeige zu erstatten. Der Prozess fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Lediglich beim Vortrag der Anklage und der Urteilsverkündung waren Zuschauer zugelassen. Die Verurteilung erfolgte im Sinne der Anklage. Das Gericht folgte bei seinem Schuldspruch vollinhaltlich den unabhängig voneinander gemachten Aussagen der beiden Opfer. Dabei spielten auch geringe Ungereimtheiten keine Rolle, die sich nach Ansicht des Gerichtes ergeben können, wenn eine Tat schon einige Zeit zurück liegt. (APA)