Washington - Die USA haben alle Sanktionen gegen Indien und Pakistan aufgehoben. Dies teilte das Weiße Haus am Samstagabend (Ortszeit) mit. In seiner Anordnung schrieb US-Präsident George W. Bush: Die Sanktionen entsprächen "nicht den nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten". Die Maßnahmen waren nach den Atomtests Indiens und Pakistans 1998 gegen die Staaten verhängt worden. Die USA konnten beide Länder als Verbündete gegen das afghanische Taliban-Regime gewinnen, das dem Fundamentalistenführer Osama Bin Laden Gastrecht gewährt. Er soll für die Anschläge in Washington, New York und Pennsylvania am 11. September verantwortlich sein. Aus Diplomatenkreisen in Washington war schon seit Tagen zu vernehmen, dass eine Aufhebung der Sanktionen als Gegenleistung der USA für die Kooperationsbereitschaft der beiden Saaten bei der Jagd nach Bin Laden zu interpretieren wäre. "Vollständige Unterstützung" Der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf hatte auf massiven Druck der westlichen Welt hin vergangene Woche den USA "vollständige Unterstützung" bei der Jagd nach Bin Laden zugesagt. Pakistans Militärführung brauchte anfangs aber mehrere Tage, um ihre Kooperationsbereitschaft zu signalisieren. Das Nachbarland Afghanistans, wo Amerikas "Staatsfeind Nummer Eins" vermutet wird, ist für die USA aus militärischer Sicht besonders wichtig, wenn es darum geht, Militäroperationen von Flugzeugträgern im Persischen Golf aus zu starten. Auch Indien sicherte Washington umfangreiche Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus zu und stellte den USA in den vergangenen Tagen seit den Terroranschlägen zahlreiche Geheimdienst-Informationen über den möglichen Verbleib Bin Ladens zur Verfügung. Außerdem wurden Überfluggenehmigungen für eventuelle US-Luftoperationen erteilt. (APA/dpa)