Wien - In der gesamten Austrian Airlines-Gruppe zu der neben der AUA, Tyrolean, Lauda Air und Rheintalflug gehören, sollen die Personalkosten noch heuer um zehn bis 15 Prozent reduziert werden. Das dürfte für die letzten drei Monate im Jahr realistischer Weise etwa 80 Mio. S entsprechen. Im Vorjahr betrugen die Ausgaben für Löhne und Gehälter im Konzern 253,7 Mio. € (3,5 Mrd. S). Das ist einer der Folgen der Konjunkturrückgangs und des massiven Nachfragerückgangs infolge der Terroranschläge in den USA. Gleichzeitig werden vier Flieger aus dem Markt genommen, das entspricht ebenfalls zehn Prozent der Flugleistung. Konkret wird Chicago und Toronto in der Langstrecke mit dem Winterflugplan eingestellt. Während die Strecken New York und Washington unverändert täglich geflogen werden steht noch nicht fest, ob Miami weiter bedient wird. Die Destination Aleppo (Syrien) wird ebenfalls gestrichen. Zu Reduktionen kommt es auf den Routen nach Beirut, Istanbul, Amman und Damaskus. "Erheblicher Jahresverlust" In einer Aussendung teilte die AUA mit, dass heuer mit einem "erheblichen Jahresverlust" gerechnet werden muss. Der Grund: Ertragsausfälle, erhöhte Sicherheits- und Versicherungskosten sowie Probleme beim Verkauf überschüssiger Flugzeuge. Daher wurde unter anderem ein Investitions- und Personalstopp vereinbart. Außerdem wird es neue Konditionenverhandlungen mit den wichtigsten Lieferanten geben. Ertragsseitig sind selektive Tarifanpassungen und die Einhebung eines Sicherheitszuschlags geplant. Ab 1. November werden die Ticketpreise um durchschnittlich fünf Prozent erhöht. Davon ausgenommen sind die Tarife nach Deutschland und Skandinavien. Solidarbeitrag Sollte es tatsächlich gelingen ohne Kündigungen auszukommen, werde es notwendig sein, dass die 7700 Mitarbeiter in der Gruppe einen Solidarbeitrag leisten, hieß es am Mittwoch nach einem Gespräch der Geschäftsleitung. Offiziell wird die Einführung von "temporären Arbeitszeitmodellen" bestätigt. Beim Arbeitsmarktservice (AMS) wurde Kurzarbeit bisher noch nicht angemeldet. Das Problem: Die Kurzarbeitsmodelle sind alle auf Produktionsbetriebe ausgerichtet und nicht auf Dienstleistungsbetriebe, wie die AUA einer ist. Für kommenden Sonntag wird über die Sparmaßnahmen beim Personal weiterverhandelt. Ob dabei Entscheidungen getroffen werden, ist ungewiss, weil auch der Betriebsrat in die eigenen Gremien gehen müsse. Im Betriebsrat schließt man auch nicht aus, dass das Tauziehen mit der AUA-Geschäftsleitung um eine "wirklich sinnvolle Lösung" auch noch ein oder zwei Wochen dauern kann. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe 27.9.2001)