Bukarest - In Rumänien haben sich die Proteste in der Stahlindustrie ausgeweitet. Nach den seit Jahresbeginn anhaltenden Protesten im südwestrumänischen Stahlwerk Resita haben am Montag Arbeiter von Sidex, des größten Stahlwerks des Landes, das Verwaltungsgebäude des Unternehmens besetzt. Sie verweigerten den Vertretern des künftigen Besitzers den Zutritt, um gegen drohende Entlassungen zu protestieren, meldete der rumänische Rundfunk. Sidex soll binnen weniger Wochen in den Besitz des indisch-britischen Konzerns LMN Ispat übergehen. Hierzu hat die Regierung mit Ispat einen Kaufvertrag geschlossen, der allerdings noch nicht in Kraft getreten ist. Die protestierenden Gewerkschafter wollen durchsetzen, dass der Privatisierungsvertrag dahingehend geändert wird, dass Ispat fünf Jahre lang kein Recht hat, Arbeiter zu entlassen und Produktionsbereiche zu verkaufen oder auszulagern. Resita war im Oktober 2000 privatisiert worden und liegt seither still. Der neue Besitzer, die US-Firma Noble Ventures, hat Gehälter immer wieder mit Verspätung ausbezahlt. Über das Schicksal des Stahlwerk Resita wird derzeit vor Gericht entschieden. (APA/dpa)