Salzburg - Der mit Vertretern von Stadt und Land Salzburg besetzte Theaterausschuss des Salzburger Landestheaters hat am Dienstag über die grundsätzlichen Ziele für die kommenden Jahre diskutiert. Dabei wurde ein Positionspapier von Kulturlandesrat Othmar Raus (S) einstimmig und unverändert angenommen. Nebst einem Bekenntnis zum Mehrspartentheater geht es darin auch um wirtschaftliche Vorgaben für die Zukunft. So soll eine wirtschaftliche Verbesserungen beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die Zuschauerzahl von derzeit 160.000 pro Jahr auf 180.000 erhöht wird. Des weiteren wurde bei der Sitzung ein Fahrplan für die Ausschreibung der Nachfolge von Intendant Lutz Hochstraate festgelegt, wie der Landesrat per Aussendung mitteilt. "Das Theater steht vor vielen Herausforderungen, jetzt haben wir einen Rahmen, innerhalb dessen wir die Antworten geben werden", kommentiert Raus die Abstimmung zu seinem Positionspapier. Demnach soll das Salzburger Landestheater ein Mehrspartentheater bleiben, also auch weiterhin Musiktheater, Schauspiel und Ballett mit eigenen Produktionen erarbeitet werden. Genutzt werden sollen dazu sowohl die eigenen Räumlichkeiten als auch auswärtige Spielorte wie das Kleine und das Große Festspielhaus, das Stadtkino oder auch andere Orte. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Mozarteum und mit anderen Kultureinrichtungen ist definitiv erwünscht. Pflege von Mozartopern Um Hemmnisse durch die oft unzureichenden baulichen Voraussetzungen zu beheben, sind Investitionen geplant. Dem Verantwortlichen in der Geschäftsführung des Landestheaters wird außerdem vorgegeben, die wirtschaftliche Situation zu verbessern beispielsweise durch ein Plus bei den Zuschauern. Diese Steigerung soll freilich "bei bestehend hoher Qualität erreicht werden". Und: Im Musiktheaterbereich "muss die Pflege von Mozartopern ebenfalls bestehen bleiben". In dem Positionspapier wird dem Theater die "Ausgewogenheit des Spielplans" sowie das besondere Bemühungen um Sponsoren als Vorgabe festgeschrieben. Im Gegenzug akzeptieren die Subventionsgeber, dass eine mittelfristig gesicherte Finanzausstattung garantiert werden muss und die in Aussicht genommenen Umbauten des Haupthauses sowie der Werkstätten durchgeführt werden (Investitionssumme ca. 70 bis 80 Millionen Schilling). Die Vertreter der Stadt regten an, dass man sich bemühen solle, Umlandgemeinden stärker in die Finanzierung des Hauses einzubeziehen, da die Bewohner dieser Orte einen immer größeren Anteil der Besucher ausmachen. Neben der Grundsatzdiskussion wurde auch der Fahrplan für die Ausschreibung der Nachfolge von Intendant Hochstraate festgelegt. Im Dezember soll vom Theaterausschuss eine Fachkommission benannt werden. Dieser sollen ausschließlich internationale Theater- und Musikexperten angehören. Diese Fachkommission soll dann dem Theaterausschuss Vorschläge für die Nachbesetzung unterbreiten. (APA)