In den 80er-Jahren, als von New York aus Bands wie Sonic Youth oder die Swans mit martialischen Lärmattacken gegen gängige Hörkonventionen vorrückten, stand ein Mann in der vordersten Reihe dieser ästhetischen Revolte: James Thirlwell alias Foetus. Als solcher produzierte er nicht nur etliche bedeutende Acts dieser Zeit, er rückte auf keiner seiner bisher rund 60 Veröffentlichungen von seiner Radikalität ab: Zwischen nervösen Lärmkaskaden und monolithischen Gitarrenriffs (man höre nur Stumbo auf Wiseblood nach!) formulierte Thirlwell als manischer Derwisch urbane Albträume. Dazu befand er sich technisch immer am Stand der Zeit, ohne jedoch je den Versuch zu unterlassen, ordentlich Dreck in die Schaltkreise zu streuen. Am Samstag gibt der Mittvierziger nach längerer Abwesenheit ein Wien-Gastspiel. Anschließend an den Plattentellern: Patrick Pulsinger - ein vom Arbeitsethos her Geistesverwandter von Foetus. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. 9. 2001)