Der Masseverwalter des insolventen Wiener Softwarehaus YLine, der Wiener Anwalt Christof Stapf, muss sich in den nächsten Wochen mit grundsätzlichen Fragen herumschlagen. Seit gestern Mittwoch liegt zwar der zwei Seiten starke Yline-Konkursantrag des Unternehmens am Tisch. "Aus den Informationen geht aber nicht eindeutig hervor, welchen Tätigkeiten das Unternehmen in der Vergangenheit tatsächlich nachgegangen ist", sagte Stapf. Der Insolvenzspezialist von der Austrian Advocates Alliance will nun "sämtliche Geschäftsfälle des Unternehmens in der Vergangenheit prüfen". "Unterlagen werden genau gesichtet" Wie nach einem Konkursantrag üblich, wird der Masseverwalter in den nächsten Wochen die Unterlagen des Unternehmens genau sichten, um zu klären, ob eine Fortführung des Betriebes möglich ist oder eine vollständige Liquidation des Unternehmens erfolgen muss. Stapf stellte aber fest, dass der YLine-Fall "etwas anders als übliche Konkurse" gelagert sei. Passiva in der Höhe von 362 Millionen Schilling Nach dem nun vorliegenden Vermögensstatus betragen die Passiva von YLine 362 Mill. S oder 26,3 Mill. Euro, davon entfallen 20,2 Mill. Euro auf Lieferanten und davon wiederum 13,6 Mill. Euro auf IBM. Von der Insolvenz sind 220 Gläubiger betroffen. Die Aktiva wurden im YLine-Status mit 46,1 Mill. Euro angegeben, so dass rechnerisch keine Überschuldung gegeben wäre. Allerdings sind davon nur Vermögenswerte von 2,2 Mill. Euro frei, der Rest ist laut Kreditschutzverband von 1870 (KSV) mit Ab- und Aussonderungsrechten belastet, deren Anfechtbarkeit - wie z.B. die Generalzession zu Gunsten von IBM - nun vom Masseverwalter zu untersuchen sei. Die YLine-Pleite reiht sich damit an die dritte Stelle der New-Economy-Insolvenzen des laufenden Jahres. Mit dem Ausgleich der Tochter i-online, der in Kürze erwartet wird, dürfte sich die Dimension des Konkurses noch erhöhen.(APA)