Wien - Der Wiener Caritaspräsident Michael Landau hat Donnerstag in gleichlautenden Schreiben an Bundespräsident Thomas Klestil, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer scharf gegen die Äußerungen der Freiheitlichen Peter Westenthaler und Jörg Haider protestiert. Er spricht darin von einem "erschütternden Beispiel einer verantwortungslosen Politik". Die Äußerungen seien "eindeutig ein Bruch der Präambel der Regierungserklärung". Mit der Forderung, nur noch europäische Flüchtlinge aufzunehmen, hätten Haider und Westenthaler "letztlich die Verletzung internationaler Verpflichtungen" gefordert. Mit falschen und pauschlisierenden Aussagen würden sie "ein Klima der Fremdenfeindlichkeit anheizen". Neben juristisch fragwürdigen Aussagen zeichne sich die Stellungnahme Haiders und Westenthalers auch durch einen "unverantwortlichen und inhumanen Umgang mit Menschen auf der Flucht" aus, kritisierte Landau in seinem anstatt "mit freundlichem Gruß" "mit tiefer Betroffenheit" unterzeichneten Brief an Klestil, den Kanzler und die Vizekanzlerin. Solche verallgemeinernden Vorverurteilungen seien "überaus imageschädigend für unser Land". Landau erinnerte an den Passus der vom Bundespräsidenten verlangten Präambel zur VP-FP-Regierungserklärung, wo es heißt: "Die Bundesregierung arbeitet für ein Österreich, in dem Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus keinen Platz finden. Sie wird jeder Form von menschenverachtendem Gedankengut und seiner Verbreitung konsequent entgegentreten und sich für die volle Beachtung der Rechte und Grundfreiheiten von Menschen jeglicher Nationalität einsetzen - gleichgültig aus welchem Grund sich diese in Österreich aufhalten..." (APA)