Jakarta - Angesicht möglicher Militärschläge gegen Afghanistan haben am Freitag mehr als 1000 moslemische Studenten vor der US-Botschaft in der indonesischen Hauptstadt Jakarta demonstriert. Augenzeugen zufolge trugen sie Spruchbänder mit anti-amerikanischen Parolen und riefen "Allahu akhbar" (Gott ist groß). Die Demonstranten zogen nach dem Freitagsgebet zunächst an der Vertretung der Vereinten Nationen vorbei, um sich anschließend vor der Botschaft zu versammeln. Dort hatten sich schon am Donnerstag hunderte Menschen an Protesten beteiligt. Die Kundgebung war von der größten moslemischen Jugendbewegung des Landes organisiert worden. Das größte moslemische Land der Erde Wegen anhaltender Drohungen fundamentalistischer Moslems hatte die US-Botschaft in Jakarta am Donnerstag alle Amerikaner in Indonesien aufgerufen, die Ausreise zu erwägen. Seit mehreren Tagen sind hunderte Sicherheitskräfte aus Angst vor Übergriffen vor US-Einrichtungen postiert. Vor einer Woche hatten radikale Islamisten in der Stadt Solo Hotels nach westlichen Urlauber durchsucht. Indonesien ist, gemessen an der Bevölkerungszahl, das größte moslemische Land der Erde. Die übergroße Mehrzahl der Menschen praktiziert allerdings eine sehr gemäßigte Form des Islam. (APA/dpa)