Washington - In Rom, Madrid, Athen und der Schweiz haben am Samstag und Sonntag Tausende Menschen gegen mögliche Militäraktionen der USA zur Vergeltung der Terroranschläge protestiert. Auch in Washington gingen rund 2.000 Personen auf die Straße. "Zerstört den Imperialismus, nicht Afghanistan", stand auf einem Spruchband. Indessen läuft laut britischen Zeitungen der Countdown für einen militärischen Schlag gegen Afghanistan. Möglicher Angriff Nach britischen Zeitungsinformationen könnten die USA bereits am Sonntag Luft- und Raketenangriffe auf mutmaßliche Lager von Bin Laden innerhalb Afghanistans starten. Hauptaufgabe der amerikanischen und britischen Sonderheiten ist es nach Informationen der Wochenzeitung "The Observer", Bin Laden zu töten. Parallel dazu sollten jedoch auch Angriffe auf Stellungen der Taliban-Miliz geführt werden, berichtete das Blatt unter Berufung auf "amerikanische und britische Quellen". Barcelona - 5000 Menschen auf der Strasse Im spanischen Barcelona versammelten sich rund 5000 Menschen, um gegen einen möglichen Krieg zu demonstrieren. "Für den Frieden, stoppt den Krieg", stand auf einem Spruchband. In der italienischen Hauptstadt schwenkten mehrere tausend Kriegsgegner Transparente mit der Aufschrift "Frieden". In der Innenstadt von Athen besuchten mehrere hundert Menschen ein Open-Air-Konzert für den Frieden, bei dem zahlreiche griechische Musiker auftraten. Washington Die meisten Teilnehmer der Kundgebung in Washington trugen Schwarz und verbargen ihre Gesichter hinter Tüchern und Schweißbrillen. Polizisten einer Anti-Aufruhr-Einheit begleiteten den Demonstrationszug; es kam vereinzelt zu Auseinandersetzungen. "Wir wollen zeigen, dass die Außenpolitik der USA zu diesen Anschlägen beigetragen hat", sagte ein 27-jähriger Landwirt aus Massachusetts. Schweiz In Genf und Zürich sind am Wochenende je 3000 Personen gegen einen drohenden Krieg auf die Strasse gegangen. Auch in Bern und St.Gallen demonstrierten Hunderte gegen Interventionen des US- Militärs als Vergeltung für die Anschläge vom 11.September. "Militäraktionen tragen nicht dazu bei, die Grundprobleme und das weltweite Ungleichgewicht zu lösen", sagte Jean-Michel Dolivo von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) am Sonntag in Genf. Unter dem Motto "Stopp der Kriegstreiberei" veranstaltete ein "Bündnis gegen Krieg" am Samstagabend auch in Bern eine Kundgebung. An der nicht bewilligten Demonstration nahmen laut Polizei rund 300, laut Veranstaltern gegen 500 Personen teil. (APA)