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Kairo - Die Empörung der arabischen Moslems über Silvio Berlusconis Äußerungen zur angeblichen "Überlegenheit" der westlichen Zivilisation hält auch nach der indirekten Entschuldigung des italienischen Ministerpräsidenten an. "Wir glauben, dass seine Entschuldigung nicht ausreicht, da es eine politische Entschuldigung war, die ihm durch die derzeitigen Umstände, wo man die arabischen Staaten für die Terrorismus-Bekämpfung braucht, diktiert wurde", schrieb der Chefredakteur der regierungsnahen ägyptischen Tageszeitung "Al-Akhbar", Galal Dowidar, am Sonntag. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, der als erster von Berlusconi eine formelle Entschuldigung gefordert hatte, betonte unterdessen, die Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturen müse gefördert werden. Es wird erwartet, dass Mussa zu diesem Zweck eine Gruppe prominenter arabischer und moslemischer Denker gründen werde, die etwas gegen "die Angriffe auf den Islam sowie die arabische und moslemische Zivilisation unternehmen soll, die seit den jüngsten Terroranschlägen in New York und Washington stärker geworden sind". Der irakische Präsident Saddam Hussein sagte am Samstagabend bei einer Kabinettssitzung in Bagdad, auf Berlusconis Wertung Bezug nehmend, der Hass des Westens auf den Islam und die Araber sei nun offensichtlich geworden. (APA/dpa)