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Foto: REUTERS/ Dylan Martinez
Rom - Die oppositionelle Mitte-Links-Allianz hat die Italiener zu einer massiven Beteiligung an der am kommenden Wochenende geplanten Volksabstimmung aufgerufen, bei der sich 46 Millionen Wähler über eine Föderalismusreform aussprechen sollen. Die Reform, die noch am Ende der vergangenen Legislaturperiode im März verabschiedet worden war, will das derzeit strikt zentralistische System in Italien durch ein föderalistisches ersetzen. Die Reform führt unter anderem die Zweisprachigkeit von Südtirol und dem Aosta-Tal in die italienische Verfassung ein. Erstmals soll das Wort "Südtirol" in die Verfassung eingetragen werden. Die Verfassung wird Rom auf Grund seiner Rolle als Hauptstadt einen Sonderstatus mit erweiterter Autonomie gewähren. Oppositionschef Francesco Rutelli rief am Wochenende die Italiener auf, sich von der internationalen Krise nicht ablenken zu lassen und massiv an der Volksabstimmung teilzunehmen, die nach 55 Jahren des strikten Zentralismus das System im Land tiefgreifend ändern soll. "Für Italien hat die Volksabstimmung eine historische Bedeutung", sagte Rutelli. Die Opposition veranstaltete am Wochenende in Rom den "Referendumstag", um die Italiener über die Bedeutung der Volksabstimmung zu informieren. Die Mitte-Rechts-Koalition plädiert dagegen für ein "Nein" zur Reform, die ihrer Ansicht nach mangelhaft und revisionsbedürftig ist. Vor allem die ehemals separatistische Lega Nord fordert ein "Devolutionsprojekt", das von Reformenminister und Chef der Lega, Umberto Bossi, ausgedacht worden ist. Bossi sieht das schottische System als Beispiel und will einen noch stärkeren Föderalismus in Italien. (APA)